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Lafontaine auf Chavez Kurs

Mittwoch, 13.06.07 16:04 by jo@chim - 11 Kommentare

Lafontaine lässt die Katze aus dem Sack und zeigt, wo der Weg seiner neu gegründeten umlackierten SED zum “demokratischen Sozialismus” hingeht: nach Venezuela.
In einer Rede in Heiligendamm sagte Lafontaine er sei gegen Gewalt, aber “Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen”, wie er unzweideutig anfügte. Gewaltsame Demonstrationen gegen die G8 Staatschefs sind also doch irgendwo berechtigt, denn diese sind ja die eigentlichen “Top-Terroristen” (!). Da er für die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien sei, bewundere er Chavez:

Übrigens bewundert er wohl auch die Abschaffung freier Medien und die Unterdrückung politischer Opposition – da der “Kapitalismus den Krieg in sich trägt” darf man um den Sozialismus zu verwirklichen eben nicht zimperlich sein.

Wir brauchen auch in den kapitalistischen Systemen wieder eine Demokratisierung der Medien. Es gibt den gewaltigen Irrtum, in den westlichen Industriestaaten seien die Medien demokratisch. Das ist ein gewaltiger Irrtum. Sie sind frei von staatlichem Einfluss, jawohl, überwiegend. Sie sind aber in der Hand der Wirtschaft. Und eine freie Presse kann nicht in der Hand der Wirtschaft sein.


Das Antibuerokratieteam - seit 15.08.07 auf www.antibuerokratieteam.net

11 Kommentare »

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  1. Hübsch finde ich immer wieder das Wort “Demokratierung” in diesem Zusammenhang. Das hört sich so unschuldig an. Bedeutet letztenendes natürlich nur, dass die demokratisch gewählte Regierung die Presse übernimmt und die Presse als Kontrollorgan der Regierung somit wegfällt. “Verstaatlichung”, wie im Text benutzt, ist die passende Beschreibung.

    Kommentar von Tim Jansen — 13.06.07 16:55 #

  2. Eigentlich wäre er ja selbst gerne einmal so ein “Top-Terrorist” geworden, der Oskar – es ist wohl die Wut des Gescheiterten, die ihn die letzten Quentchen sozialdemokratischen Anstandes über Bord werfen lässt… naja, vielleicht klappt’s ja mit der “Methode Grotewohl” doch noch ;-)

    Kommentar von jo@chim — 13.06.07 17:11 #

  3. Mit dem letzten Satz hat er ja nicht ganz unrecht. Medien, die zu großen Konzernen gehören vertreten natürlich auch schnell mal eigene Interessen.

    Aber grundsätzlich sind wir alle irgendwo “die Wirtschaft”, niemand wird gezwungen sich die Bildzeitung zu kaufen und diejenigen, die es tun kann ich sowieso nicht so ganz verstehen.

    Wenn ihm die Presse nicht “frei” genug ist (vermutlich meinte er damit eher nicht sozialistisch genug), dann soll er doch ne Zeitung aufmachen – und schon muss er nicht mehr meckern.

    Kommentar von Jan — 13.06.07 17:30 #

  4. Ganz genau, Timm! Das ist ein Hammer, dass ein Volksvertreter, der die Werte des Grundgesetzes achten sollte, öffentlich die Abschaffung freier Medien unterstützt, wenn es der guten (sozialistischen) Sache dient.

    Kommentar von Oliver Luksic — 13.06.07 17:59 #

  5. Die Gleichschaltung der Medien und die Unterdrückung der Opposition scheinen Lafo auch ganz gut zu gefallen. Wenn Beck schon mit moderaten Taliban verhandeln will, dann muss Lafo eben noch einen drauflegen. Aber so sind sie die Salonlinken. Loben Kubas Gesundheitssystem und den “sozialen Fortschritt” in Venezuela. Wäre schön, wenn sich die etatistische Linke einmal so für die Menschenrechte engagieren würde, wie im Fall von fotografierenden Tornados.

    Kommentar von Telegehirn — 13.06.07 18:05 #

  6. [...] Rahmen unserer Lafontaine-Bashing-Wochen ein Zitat von Günther Schabowski aus einem aufschlussenreichen DLF-Interview auf die Frage, ob [...]

    Pingback von antibuerokratieteam.de » Schabowski zur demokratischen Mimikry der Kommunisten — 13.06.07 19:41 #

  7. Die Saarländer sind im Allgemeinen liebe und umgängliche Leute. Und trotzdem hat das Saarland zwei kriminelle Kommunisten hervorgebracht. Der eine hieß Honecker. Der Name des zweiten ist mir gerade entfallen.

    Kommentar von F. Hoffmann — 13.06.07 22:09 #

  8. Kommunismus (als Meinung) ist nicht kriminell. Der kommunistische Polizistenmörder Mielke war kein Saarländer. Wen meinst Du also? Hast Du etwa neue Informationen zum saarländischen Rotlichtmilieu?
    :P

    Kommentar von jo@chim — 13.06.07 22:30 #

  9. “Mit dem letzten Satz hat er ja nicht ganz unrecht. Medien, die zu großen Konzernen gehören vertreten natürlich auch schnell mal eigene Interessen.”

    Nein, daß tun ALLE Medien. Unabhängig von ihrer Größe und einer eventuellen Konzernzugehörigkeit.

    Die Bild genauso wie der Spiegel, die taz oder der Trierer Volksfreund.

    Und genau das zeichnet freie Medien aus: Das die vertretenen Interessen die EIGENEN (und ich via Informations- oder Propagandaministerium dem Blatt anbefohlen die der aktuellen Regierungsbande) sind.

    Bei der hier herrschenden Medienvielfalt ist für jeden was dabei, von “Junge Freiheit” bis “konkret”.

    Das eine Bild-Zeitung dabei erfolgreicher ist als z.B. die taz, könnte ja auch damit zu tun haben, daß sie – ob es einem passt oder nicht – schlicht und ergreifend mehr Leser anspricht.

    Aber nein, das Lamentieren über die Gleichschaltung der Presse ist ja viel einfacher als sich selber im Blätterwald zurecht zu finden.

    Kommentar von andreas — 14.06.07 08:11 #

  10. Lieber F.Hofmann, als Saarländer kann oder muss ich dem voll und ganz zustimmen…

    Kommentar von Oliver Luksic — 14.06.07 21:01 #

  11. Ich hoffe, das passt hier ein bisschen rein. Zu der RCTV-Sache bin ich über einen anderen Blog noch auf diese Seite gestoßen.

    Unglaublich, wie diese sozialistischen Realitätsverbieger ein ums andere Mal Beweise an den Haaren herbeiziehen, um die Rechtmäßigkeit staatsherrlicher Willküraktionen zu rechtfertigen.

    Ab der Mitte des Artikels wird aber klar, dass ihnen nur der wirtschaftliche Erfolg der “staatsbedrohenden außerparlamentarischen Opposition” ein Dorn im Auge ist und sie hauptsächlich die immanente Kraft des Kapitalismus fürchten.

    Kommentar von digito — 15.06.07 13:42 #

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