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Die EU will über die Steuertarife in der Schweiz bestimmen

Mittwoch, 25.04.07 17:51 by M.M. - 34 Kommentare

Die EU will der Schweiz steuerlich den Tarif durchgeben und mischt sich damit erstmals in die Steuerhoheit eines Drittlandes ein. Das ist nun insofern ein hochinteressanter Vorgang, als er den Ländern ausserhalb der EU aufzeigen wird, wie die EU den Handelspartnern ihre Sicht der Dinge aufzwingen will. Sonst kennt man das ja nur von den USA.

Gestern wurde der EU-Kommission auf Stufe Arbeitsgruppe ein Verhandlungsmandat erteilt. Die Zustimmung auf den weiteren Stufenleitern der europäischen Politbürokratie ist nur noch Formsache. Für die Schweiz ist klar: Bei den Steuern gibt es nichts zu verhandeln. Damit sind die Fronten abgesteckt.

Konkret geht es um die tiefen Unternehmenssteuern für Holdinggesellschaften in einzelnen Kantonen der Eidgenossenschaft. Sie sind vor allem den Finanzministern Deutschlands und Frankreichs ein Dorn im Auge. In den letzten Jahren sind besonders oft aus diesen Hochsteuerländern Holdinggesellschaften und Europazentralen multinationaler Konzerne in die unternehmerfreundliche Schweiz abgewandert.

Doch nicht nur wegen der Steuern kommen international operierende Konzerne in die Schweiz. Die politische Stabilität, die hohe Lebensqualität für die Mitarbeiter, die guten Verkehrsverbindungen sind weitere Pluspunkte, die für den Standort Schweiz sprechen.

Wie der Tagesanzeiger heute schreibt, haben nicht alle Länder dem Entscheid zugestimmt. Einzelne Länder sollen sich der Stimme enthalten haben. In der EU selbst kann in Fiskalfragen nur einstimmig entschieden werden. Auch das ein bemerkenswerter Vorgang.

Diese EU-Steuerfrage ist aber für die Schweiz auch innenpolitisch hochinteressant. Der Bund hat in den Kantonen in fiskalischen Fragen nichts zu melden, diese sind souverän in ihren Entscheiden. Unter diesen herrscht ein reger Steuerwettbewerb, nicht nur bei den Unternehmenssteuern sondern auch bei den Steuersätzen für die gut verdienenden Herr und Frau Meier. Über die Höhe der Steuern entscheidet abschliessend das Volk an der Urne. Einzig die SP möchte den Steuerwettbewerb abschaffen. Die Sozialdemokraten treibt nun mal der Drang nach der zentralstaatlich ordnenden (geballten) Hand.

Der Steuerstreit der EU mit der Schweiz liesse sich sehr rasch und unkompliziert beilegen: Indem die EU-Länder ihre Steuersätze den schweizerischen anpassen. Das Ziel der EU wäre erreicht: homogene Steuersätzen in der gesamten Union plus im Nicht-EU-Land Schweiz.

Gong – der Kampf ist eröffnet.


Das Antibuerokratieteam - seit 15.08.07 auf www.antibuerokratieteam.net

34 Kommentare »

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  1. Das ist wahrlich Fiskal-Imperialismus schlimmster Ausprägung! Vielleicht gehen nun im Lichte dieses kanonenbootdiplomatischen Furors endlich mal dem einen oder anderen blaugelben EU-Beschöniger die Augen auf! Euro-Imperialismus – das ist der Wilhelminismus des 21. Jahrhunderts!

    Kommentar von DDH — 25.04.07 19:03 #

  2. Das einige Finanzminister innerhalb der EU anderen Ländern ihre Steuerpolitik vorschreiben möchten war doch schon lange bekannt; ich möchte Sie nur daran erinnern, dass der deutsche Finanzminister den Polen und Tschechen schon die Spritpreise vorschreiben wollte. Es ist also nichts neues.
    Allerdings das selbiges jetzt auf EU-Ebene, und, wie im von Ihnen angeführten Fall, dann auch noch auf Drittländer versucht werden soll- das ist wirklich ein schon ein Skandal. Er zeigt aber auch deutlich auf, wie sehr sich die Eurokratie verselbstständigt hat. Normalerweise merkt man selbiges nur als Bürger innerhalb der EU, wenn irgendwelche Entscheidungen in Brüssel getroffen werden die (fast)niemand will.

    Kommentar von Hardy — 25.04.07 20:13 #

  3. Soviel zum friedlichen, solidarischen und (*hust*) freiheitlichen Projekt “Europäische Union”.
    Jeder Leviathan ist friedlich, so lange alle machen, was er will…

    Kommentar von Christian Hoffmann — 25.04.07 20:22 #

  4. [...] Die EU zeigt mal wieder ihr wahres (reichlich hässliches) Gesicht. Nachdem ich seinen Ausführungen nicht viel Wesentliches hinzufügen kann, verweise ich an dieser Stelle mal dezent und bequemauf die Ausführungen von M.M. beim A-Team [...]

    Pingback von freilich.ch » Die Steuervgte grummeln wieder — 25.04.07 20:26 #

  5. @DDH:
    Euro-Imperialismus – das ist der Wilhelminismus des 21. Jahrhunderts!

    Also, ich muß schon bitten! Das ist einfach üble Nachrede — aber gegenüber Wilhelm II., den ich bie allen Schwächen für einen durchaus noch achtenswerten Mann halte (wenn auch von seinen Ministern nicht immer klug beraten), im Gegensatz zu diesem ekelhaft hintenrum agierenden Klüngel von Eurokraten, die uns aus Brüsseler Couloirs diktieren wollen, wie wir Untertanen und (im Falle der Schweiz: Nebensassen) EUropas unser Leben zu (ver)steuern zu haben. Wilhelm II hielt vielleicht die eine oder andere unbedachte Rede und schickte mal ein Kanonenboot nach Agadir — aber das sind wohl eine anekdotenhafte Episoden der Geschichte, verglichen mit der eiskalten Beschneidung von Souveränitätsrechten eines angeblich befreundeten Landes.

    Kommentar von LePenseur — 25.04.07 20:43 #

  6. Der Steuerstreit der EU mit der Schweiz liesse sich sehr rasch und unkompliziert beilegen: Indem die EU-Länder ihre Steuersätze den schweizerischen anpassen.

    Nun, dann würden in der Schweiz 20.000 Briefkästen abmontiert. Und es fielen 18 Milliarden weniger an Unternehmensgewinnen im Lande an. Ob das die Schweizer wirklich freuen würde?

    Kommentar von Parker8 — 25.04.07 20:46 #

  7. Ich schätze mal vorsichtig das selbiges den Schweizern angenehmer wäre, als von irgendwelchen, anscheinend größenwahnsinnig gewordenen, Eurokraten fremdbestimmt zu werden.

    Kommentar von Hardy — 25.04.07 22:23 #

  8. Das die EU sind von den Schweizern nicht länger verarschen lassen will, war doch klar. Die Schweizer sollen froh sein, dass die EU sich ihr gegenüber noch so kulant verhält. Von Seiten der EU könnte man noch mit ganz anderen Dingen aufwarten, als nur mit einer Arbeitsgruppe für Verhandlungen.

    Kommentar von Markus Oliver — 26.04.07 06:50 #

  9. Sicher. Man könnte etwa die schweizerische Bundesregierung in Acht und Bann tun, wie weiland die österreichische. Dann sollen die mal sehen, daß mit uns nicht zu spaßen ist, diese ungewaschenen Bergbauern!

    Kommentar von FAB. — 26.04.07 07:45 #

  10. Wenn die Schweizer so viel Wert auf ihre Souveränität legen, kann das schnell nach hinten losgehen. Das könnten die Staaten der EU auch machen. Mal sehen, wer dann den kürzeren zieht. Da würden mir doch glatt ein paar nette Beschränkungen der Warenverkehrsfreiheit einfallen, ausgiebige Zollkontrollen (was die zu importierenden Waren in der Schweiz drastisch verteuern würde), Beschränkung der Überflugrechte, Beschränkung der Finanztransaktionen, Beschränkung der Energiezuleitungskapazitäten, etc.
    Die EU könnte damit prima leben.

    Kommentar von Markus Oliver — 26.04.07 07:50 #

  11. Die EU kann beispielsweise mit Österreich tun und lassen was sie will. Sie kann auch Irland dazu zwingen, die Unternehmenssteuern zu erhöhen und Luxemburg erst recht. Auch die Flattax in der Slowakei kann sie unterbinden – ja am besten wäre, alle europäischen Länder würden das deutsche Steuersystem übernehmen oder das französische. Kein Problem. Interessant ist dabei einzig, dass Europa für jedes und alles Wettbewerb fordert, wenn es aber um die Festlegung der Steuern geht, verhält sich die Union ziemlich staatswirtschaftlich. Steuerwettbewerb in Europa – das geht den Finanzministern dann doch ein wenig zu weit. Aber keine Bange, die Suppe wird nicht so heiss gegessen, wie sie angerichtet wird. Ein Europa – ein Steuersatz wird es eh nie geben. Mit der Schweiz schon gar nicht. Wir sind doch nicht blöd.

    Kommentar von M.M. — 26.04.07 08:38 #

  12. MO, war das ironisch gemeint? Für mich hört sich Ihr Vorschlag nämlich nach gezieltem Mißbrauch faktischer Machtpositionen an – vulgo: Erpressung.
    Was war nochmal der Anlaß der Luftbrücke?

    Kommentar von FAB. — 26.04.07 09:04 #

  13. Kanonenbootpolitik nach Art des Hauses fordert Herr Oliver. Nun gut. Da wird es Ziet, sich mal vorsorglich um die effizente Sperrung des Transits zu kümmern. Sagen wir’s mal so: Freier (bezahlter) Transit gegen Garantie der Steuerhoheit. Die 700 Jahre alte Freiheit der Helvetier scheint mächtig zu stören.

    Kommentar von KST — 26.04.07 09:18 #

  14. Jawohl, sperren wir den Gotthard :-).

    Kommentar von M.M. — 26.04.07 10:08 #

  15. Das mit der Macht ist immer so eine Sache. Bislang konnte die Schweiz fürstlich davon leben illegal erwirtschaftete Gelder zu verwalten, bzw. ein Steuerparadies zu sein. Das ging vor allem deswegen, weil die sozialen Probleme in der Schweiz nicht so groß waren. Die Schweiz war da in einer sehr komfortablen Situation, die Nachbarstaaten waren einfach zu uneinig.

    Ob das jetzt die Ausnutzung einer Machtposition ist, wage ich zu bezweifeln. Die Schweiz hat sich viele Jahre auch einen Dreck darum gekümmert, wie sich die Situation in den Nachbarstaaten gestaltet. Die wollen Souveränität? Lassen wir sie ihnen! Schließt doch die Grenzen! Lasst sie souverän sein in ihrem Berggefängnis!

    Wettbewerb ist schön und gut, er darf aber nicht unlauteren Wettbewerb darstellen.

    Im übrigen ist das keine Erpressung. Die Schweiz ist ja gerade nicht gezwungen zu tun was die EU will. Die Schweizer dürfen (da sind wir wieder bei der Souveränität) in ihrem Berggefängnis machen was sie wollen!

    Und den Transit können sie gerne behalten! Die Mehrkosten für die Umfahrung der Schweiz würde ich gerne tragen wollen! Aushungern! ;-)

    Kommentar von Markus Oliver — 26.04.07 12:42 #

  16. lasst mich vorher noch rein :)

    Es ist doch schade, dass die Schweiz kein Entwicklungsland ist, sonst könnte man sie so einfach Erpressen wie Niceragua.
    “Liberalisierung” des Abtreibungsrechts, gegen Entwicklungshilfe…

    Kommentar von Howard — 26.04.07 13:29 #

  17. Herr Oliver denkt in der Tat sehr deutsch. Vor allem auch weil hier Grossmachtsphantasien mal wieder die wirtschaftliche Vernunft übertölpeln. Die Schweiz ist der zweit- oder drittwichtigste Aussenhandelspartner der EU. Die Schweiz hat ausserdem ein Handelsbilanzdefizit mit der EU. Wenn man also der deutschen Exportindustrie mal richtig schön schaden will, klar, dann sollte die EU Handelshemnisse errichten…

    Kommentar von Christian Hoffmann — 26.04.07 14:26 #

  18. Ach der Herr Oliver liest einfach zu viele schlechte Krimis.

    Kommentar von M.M. — 26.04.07 15:50 #

  19. Ich frage mich, in welcher Beziehung man MO noch als Liberalen bezeichnen kann. Seine Äußerungen klingen, zumindestens in meinen Ohren, eher wie die eines Imperialisten bzw. Sozialisten(letzteres allerdings in der schlimmsten Form).
    Und wenn ich dann noch seinen Kommentar bei den Bissigen Liberalen bedenke: “Demokratiedefizite sind m.E. hinzunehmen, weil der Zweck in diesem Fall die Mittel heiligt.”
    Enttäuschend!

    Kommentar von Hardy — 26.04.07 16:10 #

  20. Liberalität ist kein Selbstzweck, sondern Herrschaftsinstrument der klugen Art. Es tut mir leid, dass ich insoweit religiöse Erwartungen einzelner nicht erfüllen kann. ;-)

    Kommentar von Markus Oliver — 26.04.07 19:06 #

  21. Bei den Äusserungen dieses MO springen mich zwei Begriffe geradezu an: Kolonialimperialismus und Üble Nachrede. Illegal erwirtschaftete Gelder werden auch bei uns in der Schweiz eingezogen, wenn sie erst einmal als solche erkannt sind. Nur ist das per Definiton eher schwer, nicht nur bei uns.

    Kommentar von Martin Müller — 26.04.07 20:20 #

  22. Kolonialimperialismus? Ich glaube da hast du mich falsch verstanden! Ich möchte den Schweizern und auch den EU-Staaten ihre volle Souveränität ja gerade erhalten! :-D
    Staat=Staatsvolk, Staatsgewalt, Staatsgebiet.

    Um den Vorwurf der üblen Nachrede in dieser Frage generell auszuräumen bin ich dafür, Finanztransaktionen in die Schweiz generell ein behördliches Antragsverfahren vorzuschalten, dass – sagen wir sechs Monate – in Anspruch nimmt.

    Ansonsten sind die Schweizer Bemühungen illegale Gelder auszuspüren und an die wahren Eigentümer herauszugeben ja geradezu legendär. Deswegen legt man sein Geld ja auch in der Schweiz an. ;-)

    Kommentar von Markus Oliver — 27.04.07 07:12 #

  23. Illegale Gelder werden doch schon seit Jahren woanders angelegt, ich erinnere nur an die Cayman Islands.

    Kommentar von Hardy — 27.04.07 12:54 #

  24. @Markus Oliver: wahrscheinlich ist es müssig, mit Ihnen über das schweizerische Bankkundengeheimnis zu diskutieren. Und wahrscheinlich haben Sie auch keine Ahnung davon, wie man in der Schweiz ein Bankkonto eröffnet und was es dazu braucht. Sie könnten es ja mal versuchen und werden sich wundern, besonders wenn Sie die Absicht haben, mit dem ominösen Koffer voller Cash anzureisen.

    Aber Sie liegen mit ihrem Ruf nach staatlicher Überwachung privater Geldtransaktionen (schon das Wort ist böse, nicht war) voll auf der Linie der deutschen Regierung (egal welcher parteipolitischer Zusammensetzung): Die wollen die totale Kontrolle über das Geld ihrer Bürger haben. Deshalb darf der Fiskus auch ungefragt online jederzeit in ihrem Bankkonto rumstöbern. Während man bei einem Passbild grosse Empörung mimt, scheint dies niemanden weiter zu stören.

    Weil die deutschen Finanzminister mal grundsätzlich bis zum Beweis des Gegenteils davon ausgehen, dass jeder Bundesrepublikaner ein potenzieller Betrüger sei. Nochmals: Sie sollten weniger schlechte Krimis lesen.

    Übrigens: die Steueramnestie des Herrn Eichel war damals ein Schuss in den Ofen. Die Erklärung ist relativ einfach: Es liegt viel weniger an der Steuer vorbeigeschmuggeltes Geld in der Schweiz, als in der Fantasie einiger Krimileser.

    Übrigens: ich habe selbstverständlich mein Konto bei einer Schweizer Bank, mehrere sogar.

    Kommentar von M.M. — 27.04.07 14:07 #

  25. “Die Erklärung ist relativ einfach: Es liegt viel weniger an der Steuer vorbeigeschmuggeltes Geld in der Schweiz, als in der Fantasie einiger Krimileser.”

    Das mag sein. Wahrscheinlichh liegt viel mehr in Luxemburg… Eine Erklärung für das Amnestie-Debakel ist es dennoch nicht. Die Amnestie wird den meisten einfach zu teuer gewesen sein, zumal nicht auszuschließen war, dass der deutsche Staat mit neuen Belastungen ins Haus fallen würde. Also besteht der Grund, die Gelder zu verschieben, nach wie vor. Wer das tat, verstieß ja bewusst gegen das Gesetz, weil es ihm die Sache wert war – warum sollte sich an dieser Einstellung etwas ändern?

    Der beste Weg gegen Steuerhinterziehung ist ein einfaches Steuersystem mit niedrigen Sätzen.

    Kommentar von Rayson — 27.04.07 16:49 #

  26. Noch etwas von katholisch-libertärer Seite: bedeutende Moraltheologen, wie z.B. der Hl. Alphons-Maria von Liguori (1696-1787), Kirchenlehrer und Gründer des Redemptoristen-Ordens, bezeichnen Steuergesetze als reine “Pönalgesetze”, die im Gewissen nur unter läßlicher Sünde verpflichten. Wer also die Steuer bescheißt (pardon l’expression), begeht keine schwere Sünde (für die man nämlich unbereut und ungebeichtet in die Hölle wandern würde), sondern bloß eine läßliche Sünde, die mit ein bisserl Fegefeuer (wo man vermutlich mit Vergnügen auf die eine Etage tiefer schmorenden Finanzminister aller Zeiten blicken darf) abgedient werden kann.

    Oder auch mit einem Ablaß, den z.b. einer der Nachkommen für einen Verstorbenen gewinnt. Und einen Besuch z.B. der vier Patriarchalbasilien Roms kann sich ein trauernder und doch über die am Fiskus vorbeigeschafften Vermögenswert froher Erbe doch mit links leisten. Sollte der steuerschonende Erblasser jedoch auf “Nummer sicher” gehen wollen, empfiehlt sich die legatsweise Aussetzung eines Meßstipendiums, und — selbstredend — ein jenseits der Fährnisse des Steuerwesens todsündenfreies Leben. Aber das sollte eigentlich überhaupt selbstverständlich sein — oder?

    Kommentar von LePenseur — 27.04.07 17:12 #

  27. wahrscheinlich ist es müssig, mit Ihnen über das schweizerische Bankkundengeheimnis zu diskutieren. Und wahrscheinlich haben Sie auch keine Ahnung davon, wie man in der Schweiz ein Bankkonto eröffnet und was es dazu braucht. Sie könnten es ja mal versuchen und werden sich wundern, besonders wenn Sie die Absicht haben, mit dem ominösen Koffer voller Cash anzureisen./

    Soviel bedarf es dazu gar nicht. Einfach mal “swiss bank account” bei Google eingeben, hehe.
    Über die Höhe der in die Schweiz gebrachten Summen zu diskutieren ist wirklich müßig. Da fragt man am besten mal deutsche Zöllner, was die so an Geld finden. Dann kann man sich ja denken, was wohl alles nicht gefunden wird. Ganz abgesehen davon, dass man Geld ja auch nicht unbedingt schmuggeln muss, um es ins Ausland zu bekommen.

    Ich möchte das Schweizer Bankgeheimnis aber auch gar nicht antasten. DDie Souveränität der Schweiz ist mir wichtig. INNERHALB der schweizer Grenzen sollen die machen, was sie wollen.
    Das gleiche Recht billige ich aber auch der EU zu, hehe.

    Kommentar von Markus Oliver — 27.04.07 18:15 #

  28. Der beste Weg gegen Steuerhinterziehung ist ein einfaches Steuersystem mit niedrigen Sätzen.
    Leider ergibt sich daraus kein Maßstab. Populär: Die Steuern sind immer zu hoch.
    Die Brisanz bei der Schweiz besteht aber weniger in den illegalen Einkommen. Sondern beispielsweise darin, dass das Land Ausländern eine sehr geringe Pauschalbesteuerung bietet. Oder in der Ungleichbehandlung von in- und ausländischen Einkommen in diversen Kantonen.

    Kommentar von Parker8 — 27.04.07 18:42 #

  29. Da ist mir doch glatt der HTML-Tag verrückt.

    @ Rayson: Die Steuerlast ist m.E. oft auch gar nicht die Hauptmotivation sein Geld in die Schweiz zu schaffen. Vielfach ist das Bankgeheimnis viel interessanter, z.B. wenn die Scheidung von der Frau ansteht und man den Zugewinnausgleich etwas relativieren muss.

    - Das gleiche gilt wohl für verschleppte Insolvenzen.

    - Dann wären da natürlich noch die Tricksereien mit den Subventionen, die Gelder müssen ja auch irgendwo hin.

    - Schließlich sind da noch die ganzen Kriminellen, die einfach vermeiden möchten über die gemeinsamen Ermittlungsgruppen von Zoll und BKA, bzw. in der höheren Liga, von OLAF erwischt zu werden. Da ist so ein Bankgeheimnis schon eine schöne Sache.

    - Steueramnestie hin oder her. Das machen doch nur die dümmsten mit. Als ob es da keine anderen Wege gäbe das Geld zurückzuholen.

    @ M.M.: Vielleicht verstehe ich ja von dieser Materie viel mehr, als Sie sich – da ich ihnen ja völlig unbekannt bin – vorstellen können? Im übrigen sind mir private Geldtransaktionen sogar ziemlich recht. Es ging in diesem Thread auch nicht darum, ob ich die schweizer Steuern für zu hoch oder zu niedrig halte. Es geht einzig und allein um die Frage, ob man der EU mit dem Argument entgegentreten sollte, sie möge doch bitte die schweizer Souveränität beachten. Der Schuss würde garantiert nach hinten losgehen, denn – ich bin der Meinung das hinreichend aufgezeigt zu haben – würde die EU genauso argumentieren, wäre die Schweiz wohl schon bald ein ideales Reiseziel für Ski-Sextouristen aus der ganzen Welt.

    Kommentar von Markus Oliver — 27.04.07 18:48 #

  30. @Markus Oliver: Sie haben keine Ahnung. Der Rest ist schlechte Literatur und pflegen einen Mythos. Aber auch der ist nicht schlecht fürs Geschäft. Deshalb stimme ich Ihnen vollständig zu.

    Kommentar von M.M. — 27.04.07 22:39 #

  31. Tja wahrscheinlich habe ich keine Ahnung. Aber Moment mal, waren nicht Sie es, der mich auf die enormen Schwierigkeiten hinwies ein schweizer Bankkonto zu eröffnen? Sind Sie denn jetzt – mit ihrem überlegenen journalistischen Können und Fachwissen – mittlerweile auf die Dienste der Fa. Micheloud & Cie oder anderer gestoßen? Naja, es wird schon schwer sein unter diesen Umständen ein Bankkonto in der Schweiz zu eröffnen. Für einen Schweizer.

    Und das andere ist sicher alles Mythos, alles nur Fantasien eines Krimi-Lesers. Schon klar.
    Sie taten gut daran die Zeitungen für die Sie arbeiteten nicht zu nennen.

    Womit der Nebenschauplatz dieses Threads wohl erledigt wäre.

    Letztendlich ging es nicht um das schweizer Bankgeheimnis, sondern um die Besteuerung und der hirnverbrannten Argumentation mit der Souveränität der Schweiz. Und auch hier waren ihre Argumente dürftig. Wäre das Ihre angeratene Verteidigungshaltung für die schweizer Delegation? Ein bisschen Mehr als dieses Berater-Speak (dieser – für Ihre Brache typischen substanzlosen Masse aus Generalismen) werden Sie ja wohl noch aufbieten können.

    Kommentar von Markus Oliver — 27.04.07 23:23 #

  32. Ich habe nicht behauptet, ein einfaches Steuersystem mit niedrigen Sätzen verhinderte Steuerhinterziehung. Sie würde aber deutlich weniger. Das ergibt sich, selbst wenn man einen absoluten Maßstab vermisst, schon allein aus dem Risiko-Nutzen-Kalkül.

    Kommentar von Rayson — 28.04.07 00:28 #

  33. [...] sein wird, lässt auch der Blog des Antibürokratieteam verlauten, in dem es darum geht, dass die EU über die Steuertarife in der Schweiz bestimmen will. Allein die Anzahl der Kommentare in diesem Blog spiegelt die Meinung der Eidgenossen zu dieser [...]

    Pingback von Schweizer Bankgeheimnis vor dem Aus? » Beitrag » Investments und Geldanlagen - Blog — 31.07.07 21:41 #

  34. Mehrere Punkte sprechen, meiner Meinung nach, gegen die Lockerung des Bankgeheimnisses in der Schweiz.

    1. Die Schweiz gehört nicht zur EU, und kann nicht von der EU gezwungen werden das Bankgeheimnis zu lockern.

    2. Die meisten Entscheidungen werden in der Schweiz durch Volksabstimmung entschieden. Die letzte Umfrage hat folgendes ergeben:

    67 % waren der Auffassung, dass das Finanzgewerbe die wichtigste Wirtschaftsbranche der Schweiz ist.

    79 % der Bevölkerung sprach sich für die Beibehaltung des Bankgeheimnisses aus.

    73 % waren der Meinung, dass der Druck aus dem Ausland auf das Bankgeheimnis zunehmen wird.

    76 % waren gegen eine Lockerung des Bankgeheimnisses.

    Meiner Meinung nach sprechen die Zahlen für sich.

    3.

    c.a. 5,5% der Arbeitskräfte in der Schweiz sind im Finanzbereich tätig.
    c.a. 25% des Ertragsbilanzüberschusses wird in der Schweiz im Finanzbereich erwirtschaftet.
    c.a. 10% des gesamten Schweizer Steueraufkommens stammt aus Einkommens-, und Unternehmenssteuer des Finanzsektors.
    c.a. 14% der Wertschöpfung der Schweizer Volkswirtschaft wird durch die Finanzbranche erbracht.

    Für mich ist es unvorstellbar, dass ein Staat wie die Schweiz, freiwillig die eigene Wirtschaft ruiniert.

    Ich denke dass alles “Panikmache” ist, mit dem Ziel Investoren und Anleger bei Schweizer Banken zu verunsichern, um sie zur Geldanlage in einem EU Land zu bewegen.

    Kommentar von M.Hirschmüller — 14.08.07 19:36 #

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