Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Ohrfeige für Beck

Donnerstag, 05.04.07 10:42 by Oliver Luksic - 9 Kommentare

Der afghanische Außenminister Spanta gibt Kurt Beck eine verbale Ohrfeige zum Thema Taliban-Konferenz: genauso könne man vorschlagen, in Rheinland-Pfalz eine Koalition mit der “moderaten NPD” zu schließen. Er sagte im NDR, es gebe keine moderaten Taliban: “So eine Klassifizierung ist eine Erfindung von denjenigen, die von Afghanistan keine Ahnung haben.” Zwar seien in Afghanistan viele Menschen instrumentalisiert worden, die man wieder eingliedern solle. “Aber als militärische und politische Kraft sehe ich keine moderaten und nicht-moderaten Taliban.” Seine Regierung suche seit geraumer Zeit nach moderaten Taliban-Kräften. “Wenn westliche Politiker sowas haben, können sie uns die Adresse und Kontaktpersonen geben, damit wir uns mit ihnen auseinander setzen können.” Welch erfrischende Offenheit aus dem Munde eines Diplomaten.


Das Antibuerokratieteam - seit 15.08.07 auf www.antibuerokratieteam.net

9 Kommentare »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI

  1. [...] A propos Kurt Beck: Die Ohrfeige seitens des afghanischen Außenministers, die Oliver Luksic bei SPON gefunden hat, ist ja nun [...]

    Pingback von B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade » US-Außenpolitik von morgen? — 05.04.07 11:59 #

  2. Ich hab’s deutlich klirren hören, als der (N)Imbus(schlüssel) des Beck zu Boden gefallen ist. Dabei wollte der Gute doch bloß ein wenig an der heilen Welt herumschrauben.

    Kommentar von KST — 05.04.07 14:10 #

  3. Jetzt könnte man natürlich ätzen, daß, solange in Israel Koalitionen mit der National-Religiösen Partei möglich sind, in Afghanistan Koalitionen mit gemäßigten Talibans auch nicht prinzipiell ausgeschlossen werden dürften — aber das ist ja, selbstredend, etwas gaaaanz anderes ….

    Kommentar von LePenseur — 05.04.07 15:01 #

  4. LePenseur trägt einen falschen Namen. Le Stupide wäre angemessener: Wann haben die israelischen National-Religiösen eine Terrorherrschaft über Israel errichtet, üben die N.R. tägliche Selbstmordattentate aus? Haben die N.R. gläubige Juden gewaltsam (incl. Erhängen, Steinigen) kujoniert? No, Sir. Ihr Antisemitismus sitzt so tief, dass das Gehirn vor lauter Hass zu denken aufhört.

    Kommentar von Laschek — 05.04.07 19:17 #

  5. @Laschek

    Nein, geschätzter Kollege Laschek, eine Terrorherrschaft hat die National-Religiöse Partei in Israel bislang nicht errichtet. Aber wenn sie sich die politischen Ziele der besagten Partei einmal ansehen, dann werden Sie feststellen, daß eine deutsche Partei, die analog dieses in Deutschland fordern wollte, gar nicht so schnell schauen könnte, wie sie bereits mit Brief und Siegel des Bundesverfassungsgerichts als verfassungsfeindliche Organisation aufgelöst und ihre Funktionäre einschlägig vorbestrafte Parias des Nachkriegsdeutschland wären …

    Und damit wären wir bei dem reichlich sinnlosen Vergleich von Taliban mit NDP (ach, wären die Taliban und unzählige andere unerfreuliche Gesellen dieser Welt nur so Zeitgenossen wie letztere — das würde sich mancher wünschen!)

    Aber das ist natürlich etwas gaaaanz anders (wie ich bereits oben anmerkte). Und mir schon denken konnte, daß darauf Reflexbisse nicht ausbleiben dürften. Q.e.d.

    Mit der Bitte um Mäßigung Ihrer (etwas künstliche wirkenden) Erregung verbleibe ich

    Mit vorzüglicher Hochachtung

    LePenseur

    P.S.: ich kann mich nicht erinnern, Sie (oder auch einen anderen Kommentator dieses Blogs) je als Trottel (nichts anderes bedeutet Ihr freundliches epitheton ornans in Übersetzung) bezeichnet zu haben und gedenke dies auch weiterhin so zu halten. Ihr unqualifiziertes Gefuchtel mit der Antisemitismuskeule könnte mich freilich doch veranlassen, diesen meinen Vorsatz dereinst zu brechen.

    Kommentar von LePenseur — 06.04.07 19:11 #

  6. Ich denke auch: nur nicht locker lassen in Afghanistan (und Irak). Keine Kompromisse mit religiös amerikafeindlichen Islamisten. Palästinenser, Taliban und weite islamische Bevölkerungsmassen wollen keine Koexistenz mit dem Westen. Das ist aber kein Gund für den Westen klein bei zu geben. Wir sehen das in Israel, wenn man lang genug beharrt, kriegt man die Sache in den Griff.

    Was bitte spricht dagegen, dass westliche Soldaten in Afghanistan und Irak Wache schieben und nach dem Rechten sehen, statt irgenwo in Kasernen rumzulungern. Es ist egal ob das 10 Jahre, 20 oder für immer dauert. Die Palästinenser sind inzwischen auch schon ruhiger geworden, genauso wird das auch in Afghanistan und Irak laufen.

    Es ist leicht, einem der sich einer Herkulesaufgabe verschrieben hat von hinten ans Bein zu pinkeln. Dass man ohne die prinzipientreuen Verteidiger der freien Welt von den islamistischen Fanatikern überrannt würde, muss ja nicht interessieren, solange die Reihen der Wehrhaften standhaft sind.

    Jeder, der den Dialog mit Taliban wünscht, schreibt ihnen quasi eine Einladung:
    Hallo Mohammeds,
    wir haben kein Lust mehr für unsere Ideale einzustehen. Kommt doch bitte demmnächst vorbei und islamisiert uns.
    Schöne Grüße
    die vereinigenten Pazifisten Europas

    Kommentar von digito — 07.04.07 11:10 #

  7. @digito:
    Jeder, der den Dialog mit Taliban wünscht, schreibt ihnen quasi eine Einladung
    Typisches Schwarz-Weiß-Denken, würde ich mal sagen …

    Nein — es gibt durchaus Möglichkeiten mit jemandem im Gespräch zu bleiben, ohne sich deshalb diesem zu unterwerfen, wenn man das nicht will. Ich verstehe schon Ihre Befürchtung, daß der Westen in totaler Rückgratlosigkeit mit dem Dialog quasi die Unterwerfungserklärung mitschickt, denn genau das ist auch meine Befürchtung. Nur: wenn es tatsächlich so um uns steht, ist der Wunsch, westliche Soldaten sollten “in Afghanistan und Irak Wache schieben und nach dem Rechten sehen” ohnehin bloße Illusion!

    Meiner Meinung nach bewegt sich der Westen (ich lasse einmal außer Acht, daß auch dieser kein monolitischer Interessensblock ist!) in diesen Gebieten auf dem falschen Terrain. Statt zuzusehen, wie sich Talibans und andere in Afghanistan jetzt gegenseitig zerfleischen (sollen sie doch, meinen Segen haben sie!), wird auf einem Gebiet, das uns fremd ist, Polizei gespielt. Auf unsere Kosten, mit unseren Leuten, Ergebnis höchst ungewiß. Und das halte ich für, milde gesagt, wenig intelligent.

    Statt durch ein rigideres Einwanderungs- und Assimilationssystem, durch Setzung von anspruchsvollen Einbürgerungsstandards, durch Zero-tolerance-Politik gegenüber Ausländerbanden in Vorortevierteln und v.a. durch bewußte Besinnung und Förderung religiöser wie säkularer Traditionen unserer westlichen Gesellschaft die ungehemmte Islamisierung Europas zu verhindern, mischen wir uns im Ausland in Konflikte, die uns eigentlich einen feuchten Kehricht angehen (und die wir realistischerweise auch kaum lösen können) und die uns auch nur peripher berühren. Denn den ganzen Schamott von “Achse des Terrorismus” etc., den glaubt mittlerweile wohl nicht mal mehr der kleine Bush-Boy …

    Sie haben völlig recht, Kollege Digito, das alles wäre “… kein Gund für den Westen klein bei zu geben” — soweit d’accord! Aber wenn Sie unter Verweis auf das glanzvolle Beispiel Israels anführen: “… wenn man lang genug beharrt, kriegt man die Sache in den Griff”, dann frage ich mich, ob Sie gelegentlich auch mal Nachrichtensendungen sehen oder Zeitungen lesen. Offenbar nicht (oder nur hochselektiv). Sonst sollte Ihnen nämlich bekannt sein, daß von einem “die Sache in den Griff” bekommen im Falle Israels wohl nur marginal die Rede sein kann. Wenn ich mich hinter Mauern und Verhauen verschanzen muß und auf weite Teile meiner Freiheit verzichten muß, dann dürfte eher die Sache im Griff haben, als ich die Sache …

    Kommentar von LePenseur — 07.04.07 13:34 #

  8. @LePenseur
    Die Mauer in Israel funktioniert ganz gut. Die Anschläge sind dramatisch zurückgegangen. Außerdem, seit Jahrzehnten ist es den Israelis gelungen, die Palestinenser von sämtlichen nützlichen Landstrichen fern zu halten. Ganz vorne auch Wasser. Die Palestinenser kriegen gerade noch soviel, dass sie überleben (Untertitel: Alle, denen es nicht passt, können sich in anderen Ecken der Welt umsehen). Weiter: Wenn die milden Spenden der europäischen Gutmenschen Infrastruktur aufgebaut haben, sind die Israelis in der beneidenswerten Situation, dass die kurz mal ein paar Panzer anrollen lassen können, um die Sache wieder zu nivellieren. Soll das mal einer in Deutschland mit einer Mosche probieren…

    Was Sie meinen ist vielleicht die Sache im Libanon, die ein bischen in die Hosen ging. Da hat Israel zwar mit der Bombardierung der Terrornester in den Städten ganz gut angefangen, aber mit der Bekämpfung der Guerillas am Boden ein wenig gepfuscht. Und letztlich hatten sie nicht genügend Zeit zum Sich-drauf-Einstellen, weil die eigene Bevölkerung zu sehr enttäuscht von den ausbleibenden Großerfolgen war (ähnlich wie es Bush jetzt im Irak geht).

    Das ist das eigentliche Übel. Der fehlende Rückhalt in der eigenen Bevölkerung. Das war schon in Vietnam so. Amerika hätte die Mittel gehabt, den Kampf beliebig zu verschärfen, musste aber auf die Kaffeekränzchen in der Heimat Rücksicht nehmen und konnte sich deswegen letztlich nicht durchsetzen.

    Israel ist da etwas realistischer und greift auch mal durch (die ganz großen Aktionen müssen sie sich aber auch verkneifen). Ich schätze in Sachen Irak, so hart das klingen mag, könnte nur noch ein 11-Sept-II helfen, um die nötige Motivation an der Heimatfront zurückzugewinnen. Ähnlich ist das auch in Deutschland und dem leidigen Thema Muslime… Die nichtexplodierenden Koffer haben hier bisher aber nur den Ideen der Innenministern genutzt. Und das sieht man mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

    Kommentar von digito — 08.04.07 10:28 #

  9. @digito:

    Ich schätze in Sachen Irak, so hart das klingen mag, könnte nur noch ein 11-Sept-II helfen, um die nötige Motivation an der Heimatfront zurückzugewinnen
    Da könnten Sie schon recht haben. Und ich gehe davon aus, daß sich das schon inszenieren lassen wird.

    Die Mauer in Israel funktioniert ganz gut. Die Anschläge sind dramatisch zurückgegangen. Außerdem, seit Jahrzehnten ist es den Israelis gelungen, die Palestinenser von sämtlichen nützlichen Landstrichen fern zu halten. Ganz vorne auch Wasser. Die Palestinenser kriegen gerade noch soviel, dass sie überleben
    Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ernst Sie dieses Statement meinten (nicht im Sinne der bloßen Fakten, die sind durchaus zutreffend gebracht, sondern im Sinne ihrer ethischen Wünschbarkeit), doch sollten Sie das wirklich als großartiges Beispiel für “die Sache im Griff haben” ansehen (”So macht man das!”), so hätten Sie, bitte, noch die Güte darzulegen, worin Sie den prinzipiellen — nicht den graduellen — Unterschied zur Vorgangsweise der Nazis sehen, bei denen z.B. Juden einfach keine Lebensmittelrationen erhielten bzw. hinter stacheldrahtbewehrte Mauern verhungerten.

    Sollten Sie Ihren Kommentar von heute, 10:28, in diesem Sinne tatsächlich als Wunschvorstellung (und nicht als Schreckensszenario) gemeint haben, so darf ich Sie an den alten Satz “Wer Wind säht wird Sturm ernten” erinnern. Politik per Überfall funktioniert nur für kurze Perioden und in begrenzten Regionen, nicht weltweit und auf Dauer. Die Geschichte der Menschheit hält genügend Beispiele parat, daß sich Großmächte buchstäblich “zu Tode gesiegt” haben. Und die Folgen waren meist für alle Beteiligten nicht eben angenehm.

    Aber dieser Hinweis wird einen naßforschen Atlantiker vermutlich nicht beeindrucken — die Geschichte will eben immer wieder neu erfahren und gelernt werden (wiewohl ich für meinen Teil auf ihre meisten Lektionen getrost verzichten könnte …)

    Kommentar von LePenseur — 08.04.07 19:03 #

Einen Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.


--- Alle Beiträge anzeigen ---

Powered by WordPress 2.2.1 DE

Listed on BlogShares

Antibuerokratieteam.de - (c)2005-2007 Achim Hecht