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Hans-Joachim Otto – zahlen Sie Ihre Oper selbst!

Mittwoch, 14.03.07 19:22 by jo@chim - 9 Kommentare

Ich bin ja so Einiges von der “will-auch-mal-Sozi-spielen”-Fraktion der FDP gewohnt – aber diese geballte Ladung an gequirltem Schwachsinn lässt mich nahezu fassungslos zurück: Hans-Joachim Otto – zahlen Sie Ihre Oper selbst!
Oder, um es mit Ihren eigenen Worten auszudrücken: meinen Sie nicht, dass auch – und gerade – wenn es um Kultur geht, ein kritischer Blick auf manche der Zusatzleistungen für diejenigen, die sich auch aus eigener Kraft helfen können, angebracht wäre? Dass statt billigem teurem Populismus, der noch dazu in die Kulturhoheit der Länder eingreift, eher ein Rückzug des Staates aus einer Subventionspolitik, die nicht zuletzt Typen wie diesen hier und die kulturellen Vergnügungen von Besser-Situierten mitfinanziert, vonnöten wäre?
Bei solchem Führungspersonal benötigt die FDP keine politischen Gegner mehr.


Das Antibuerokratieteam - seit 15.08.07 auf www.antibuerokratieteam.net

9 Kommentare »

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  1. Aber wirklich. Typische Abgehobenheit einer sich als solche definierenden Elite.

    Kommentar von Rayson — 14.03.07 20:51 #

  2. Was will man erwarten von der “Kultur-als-Staatsziel”-Posse?

    Kommentar von Christian Hoffmann — 14.03.07 23:18 #

  3. Schon das schlimm genug, Ray. Und leider nicht wirklich aussergewöhnlich in meiner liberaloiden Partei. Aber wie brav er sich in all seiner sozialdemokratischen Naivität von den Telelefties als bigotter Schnösel am Nasenring durchs Interview führen lässt … mein lieber Otto.

    Kommentar von jo@chim — 14.03.07 23:25 #

  4. Yep, Achim. Es bedarf manchmal viel Kraft, im Besitz der blau-gelben Parteikarte (die “..bücher” überlassen wir den Technikfeinden ;-)) zu sein.

    Kommentar von Rayson — 14.03.07 23:34 #

  5. @ Chr. Hoffmann – ist präzise auch mein Gedanke^^

    Die FDP ist eine sozial-demokratische Partei in gelbem Gewande – was übrigens nicht weiter schlimm ist. Schlimm ist, dass ihre Gegner (und diese haben die Mehrheit in ‘Schland) sie ungestraft für die Vertreterin des Raubtierkapitalismus/Neoliberalismus/Apotehekerlobby/Besserverdienerpartei (sucht euch was aus) ausgeben dürfen.
    Das verursacht mir regelmäßig Lachkrämpfe.
    Aber naja. Wo wenn nicht dort ist ein recht naheliegender Vertriebskanal für Aufmüpfiges, wie es z.B. von Achim kommt ;-)

    Kommentar von Bodo Wünsch — 15.03.07 08:50 #

  6. Wo wenn nicht dort ist ein recht naheliegender Vertriebskanal für Aufmüpfiges

    Exakt. Ich halte es zumindest für naheliegender, als unter irgendwelchen Paläokonservativen für liberales Gedankengut zu werben ;) Und es ist ja nicht so, dass es gar keine Liberalen in dieserunserer FDP gäbe Bodo …

    Kommentar von jo@chim — 15.03.07 09:46 #

  7. Ich bin beeindruckt von den klugen Fragen.

    Kommentar von Dirk — 15.03.07 15:20 #

  8. Otto: Schon seit den alten Griechen wissen wir dass die Kultur – insbesondere soweit sie innovativ, provozierend, schockierend ist, auch eine öffentliche Förderung braucht. Der Markt muss in der Tat – und das gilt auch für den Bereich der Kultur – soweit gelten, wie es vernünftige Marktergebnisse gibt. Das heißt, der Bereich der Kulturwirtschaft, der in Deutschland immerhin mehr Arbeitsplätze schafft als die Automobilindustrie, darf nicht durch staatliche Fehlsubventionen geschädigt werden. Aber es bleibt ein Bereich, in dem der Staat seine Verantwortung zu tragen hat. Ich nenne ein Beispiel: In keinem Land der Erde – noch nicht mal in den USA – kommt die Oper ohne eine gewisse öffentliche Förderung aus. Und deswegen: Marktwirtschaft so weit wie möglich, Staat dort wo nötig. (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24844/1.html)

    Die von mir hervorgehobenen Textpassagen einmal unkommentiert beiseite lassend, wäre Herrn Otto schon zu entgegnen: Wenn der Staat das Ziel der Förderung von Kultur, also von Staatskultur, verfolgt, dann definiert er selbstverständlich auch, was Kultur ist. Und indem er eine bestimmte Kultur, sprich Kultur- und Volksbildungsbeauftragte wie Peymann oder RAF-Massenmörder, fördert, diskriminiert er natürlich die, die nicht gefördert werden.Ganz simpel. Zu simpel: Herr Otto kennt nur die Gegenüberstellung Markt – Staat, aber das ist in dieser “einseitigen” Zweiseitigkeit falsch, tertium datur: Es war, historisch besehen, häufig die Großzügigkeit jenseites der Gesetze des Staates (Steuern) und jenseits der Gesetzes des Marktes (Sparsamkeit aka Cost-Cutting, gezielte Investition nur mit Turnover-Ausblick etc.) freigiebiger Mäzene, die den in der Tat marktvergessenen und staatsfernen Künstlern gegenübertraten, um sie zu fördern oder zu verwerfen. Kunst war nie bequem, Boheme war eine existentielle Entscheidung zu Armut, Erniedrigung und Außenseitertum. Heute dagegen ist Kunst bequem: und auch wenn sich die Künstler unbequem geben, sie geben sich, solange Vater Staat sie besoldet wie Zinnsoldaten oder, noch früher, Hofnarren, die auch mal provozieren dürfen.

    In meinen Augen sollte “Kultur” von fünf Säulen getragen werden: Auf dem Markt erfolgreiche Künstler, finanziell unabhängige Künstler, privates Mäzenatentum (Steuerlich belohnt, der Staat tritt zurück), marktorientiertes Sponsoring (Steuerlich noch stärker belohnt, der Staat tritt noch weiter zurück) und staatliche Förderung, aber nur da, wo ersichtlich und transparent der Staat seine (unsere) Interessen verfolgt. Also etwa: Ästhetisierung seines Macht-, unseres Sicherheits- und Ordnungsanspruches durch Architektur und Stadtteilentwicklung.

    Kommentar von ralph — 17.03.07 12:24 #

  9. [...] und in Relation zum täglichen Antiliberalismus seines Umfeldes, sei es der eiernden Miriam, dem kulturförderungsbeflissenen Otto oder NRW-Überwachungsminister Ingo, zu [...]

    Pingback von LiberalHome « FDP-Watch — 08.08.08 14:02 #

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