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Aufruf der Panzerknacker: Haltet den Dieb!

Mittwoch, 07.02.07 15:18 by jo@chim - 6 Kommentare

Stellen Sie sich vor, der Bundesverband “Diebe, Gauner, Betrüger” – ansonsten durchaus willens, über grundgesetzlich garantierte Rechte, z.B. an Eigentum, nachzudenken – wirft Sicherheitsingenieuren vor, ihre Konzeptentwürfe für bessere Alarmanlagen seien verfassungsfeindlich: weil sie nämlich die allgemeine Handlungsfreiheit aller Panzerknacker einschränken würden. Absurd? Zumindest nicht absurder als die Denunziationen eines bloggenden ehemaligen SPD-Regierungssprechers aus NRW, Wolfgang Lieb, der renommierten Volkswirtschaftlern verfassungsfeindliche Umtriebe vorwirft. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit den schweren Verständnisproblemen des Staatsekretärs a.D. bei Statler & Waldorf.


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6 Kommentare »

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  1. Tatsache ist doch, daß das Grundgesetz nicht liberal ist – und diese Feststellung bezieht sich nicht nur auf die dem Belieben politischer Willkür überantwortete Eigentumsfrage und die Einschränkung wirtschaftlicher Handlungsfreiheit.

    Wer liberal sein will, muß den Rahmen des GG denknotwendig verlassen. Das Testat “verfassungskonform” kommt, nach unzähligen GG-Änderungen seit 1949 zumal, bloß noch orthodoxen Sozialisten zu, ist ergo kein Prädikat, auf das man stolz sein sollte!

    http://www.staatsbriefe.de/1994/2006/freie_verfassung.pdf

    Kommentar von Libertarian — 07.02.07 15:31 #

  2. Könnte es sein, dass Sie nicht verstanden haben, worum es geht? Denn als “Sicherheitsingenieur” der Verfassung hat sich der betreffende “renommierte Volkswirtschaftler” wohl nicht hervorgetan. Und ob jemand mit “Dieben, Gaunern, Betrügern” zu assoziieren ist, weil er ehemaliger SPD-Regierungssprecher ist und die Verfassung offenkundig nicht geändert sehen will, das ist doch auch zweifelhaft.

    Kommentar von Parker8 — 07.02.07 15:45 #

  3. Ich verstehe wirklich nicht ganz, lieber Parker8 (Ihren Einwurf): hatte ich mich doch mit meiner Allegorie hinsichtlich der Sicherheitsingenieure weniger darauf bezogen, ob die genannten Volkwirtschaftler nun allzeit fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen unsdoweiter stehen oder nicht (das auch an die Adresse des werten Libertarian), sondern darauf, dass ein Nutzniesser der Vorgänge, die die Herren kritisieren, nach einem Verbot eben jener Kritik ruft.

    Kommentar von jo@chim — 07.02.07 17:41 #

  4. Wahre Marktliberalität ist in einer Demokratie nicht über längere Zeit etablierbar. Eine repräsentative Demokratie begünstigt schnell mal die Interessen einer politisch/wirtschaftlichen Elite. Aber irgendwann kommt für jede Elitenbegünstigungsregierung die nächste Wahl. Natürlich haben diese Regierungen ein paar passive Mitspieler für sich ins Spiel gebracht: Bildungsdefizite der benachteiligten Schichten, Ablenkung durch Unterhaltung und (Beispiel USA) Wahlhürden.

    Solange man selber nicht zu jenen 5 Prozent der Bevölkerung gehört, wäre es vernünftiger statt auf mehr Liberalität auf mehr Demokratie zu setzen.

    Sind wir nicht alle ein bisschen Volk.

    Kommentar von Graham — 08.02.07 10:11 #

  5. Das ist schon ein starkes Stück — ein weiteres Warnsignal unserer schwindenden Freiheiten in diesem Wohlfahrtsstaat Orwellschen Ausmaßes. Ich fühle mich ein wenig an die Hoppe-Affäre erinnert.

    Kommentar von Gernot — 08.02.07 10:28 #

  6. Und wieder einmal muß ich eine Lanze für meinen hochgeschätzten guten alten Baron de la Brède, aka Charles de Montesquieu, brechen. Die Demokratie als anbetungswürdiger Götze wäre ihm so lächerlich erschienen, wie sie es im Grunde auch ist. Nur in “gemischten Systemen” kann es sowas wie Freiheit geben (auch hier noch gefährdet genug!), denn “lupenreine” Demokratie setzt ideale Teilnehmer voraus, und die gibt’s in der Realität halt nicht. Daher bevorzugt Montesquieu ein System gegenseitiger Machtbehinderung (monarchische Exekutive, demokratische Legislative, aristokratische Judikative – und das alles auf im Grund unbeweglichen Grundnormen des aufgeklärten Naturrechts aufruhend), das zwar schwerfällig ist, jedoch gegen Mißbräuche viel resistenter als eine “Diktatur des Proletariats” (welche wir – demagogisch durch die “vierte Gewalt” gesteuert – im Grund mittlerweile haben), die frei nach dem Motto “… und das krallen wir uns auch noch — die Steuern zahlen eh die anderen!” die Leistungseliten abkassiert.

    Kommentar von LePenseur — 08.02.07 12:38 #

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