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Lohnpopulismus

Dienstag, 05.12.06 14:43 by jo@chim - 3 Kommentare

Unter dem Motto “Gerechte Entlohnung” überbieten sich SPD, Gewerkschaften und deren Ökonomen mit Forderungen nach steigenden Löhnen für alle. Nochmal will die SPD nicht von der Union links überholt werden.

Wenn die allgemeine Lohnerhöhung hoch ausfällt, dann fallen wieder einige, deren Produktivität nicht gut genug ist, durch das Raster und werden wegrationalisiert. Die Verbraucher kennen keinen Patriotismus und auch keine Solidarität, meint Deutsche Bank Chefvolkswirt Walter.

Stimmt, denn höhere Löhne haben nicht per se einen positiven Effekt für die Binnenkonjunktur. Wenn ein ausländisches Produkt billiger ist, greifen deutsche Konsumenten darauf auch zurück. Die Kaufkraft steigt vor allem dann, wenn es weniger Arbeitslose gibt, wofür höhere Löhne auf breiter Ebene allerdings Gift sind. Sinnvoll wäre eine stärkere Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer, wie es der Wirtschaftsweise Franz fordert. Prämien, die nur gezahlt würden, wenn wirklich Gewinne anfallen, würden die Firmen in Jahren mit schwächerer Auftragslage nicht unnötig belasten.

Es kann nicht sein, dass die Konzerne verdienen wie nie, aber die Mitarbeiter davon nicht profitieren meint Gewerkschaftsökonom Horn. Dumm nur, dass die Konzerne ihre Gewinne zu 90% im Ausland erzielen, oder meint Horn die ausländischen Mitarbeiter? Oder den Mittelstand? Die Löhne stärker an der Lage der Unternehmen auszurichten kommt Horn leider nicht in den Sinn. Wie man bei 2% Wachstum auf 5-8% mehr Lohn kommt bleibt auch der Gewerkschaftsökonomie überlassen.


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3 Kommentare »

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  1. ist doch eigentlich die Konsequenz der Mehrwertsteuererhöhung. Damit diese nicht so unangenehm auffällt, erhöhen wir die Löhne und Gehälter ein wenig. Selbstverständlich mit viel Trara verbunden Die Politik ist dann wieder aus dem Schneider und schiebt den Unternehmen den schwarzen Peter zu, die selbstverständlich Lohnerhöhungen im von der Politik gewünschten Masse nicht zu tragen bereits sind.

    Moralisch gerechtfertigt wird das Untefangen durch die hochmoralisch daherkommende These, wonach sich der Arbeitsmarkt zugunsten der Arbeitgeber verschoben hätte, als ob der “Wert” von Kapital und Arbeit jenseits der Marktpreisbildung bestimmbar wäre. Eine dezent formulierte klassische Klassenkampfparolle, allerdings durch die einseitige moralische Schlagseite inferiorisiert. Dumm nur, dass das Konzept sozialer Klassen schon vor langer Zeit auf dem Müllhaufen der Geschichte landete. Die Politik versucht hintenrum ein wissenschaftlich längst gescheitertes Modell wieder salonfähig zu machen.

    SPD, Gewerkschaften und deren Ökonomen werden sich zweifellos mit solchen populistischen Forderungen beliebt machen. Wer denn würde in seinem Falle von “Gerechter Entlohnung” sprechen, wo er doch eigentlich so viel mehr in der Lohntüte haben müsste. So viel mehr wir Arbeiter und Angestellte in den früheren sozialistischen Ländern “mehr” in der Lohntüte hatten, als die kapitalistischen Kollegen. Das das Lohn- und Gehaltsniveau in den ehemaligen sozialistischen Ländern lang anhaltend um so viel niedriger als unseres ist, hängt in der Tat damit zusammen, das einsmals zu viele Menschen den linken Lügenbolden zu viel glaubten. Nur lernen wollen die Menschen anscheinden nicht.

    Wirtschaftlich betrachtet ist das Scheitern vorprogrammiert, denn die Konzerne sind wahrhaft international. Wer mit Mehrwertsteuer- und Lohnerhöhung operiert, riskiert Massenarbeitslosigkeit. Eine Insellösung für die BRD wird es nicht geben. Die Politik besitzt die Mittel nicht, die sie dem Wähler populistisch, nicht zu sagen vulgär, verspricht. Mit diesen, ihren populistischen Versprechen nach verbindlicher wirtschaftspolitischer Verantwortung zieht sich die Politik letztendlich einen vielzu grossen Schuh an, und damit legst sich die Politik die Schlinge selbst an, an der sie sich einmal selbst erdrosseln wird – was wir ebenfalls von ehemaligen sozialistischen Ländern lernen können.

    Kommentar von Rainer Lang — 05.12.06 16:09 #

  2. Ja, erst erhöht man die MwST und als Konsequenz sollen die Unternehmen die Löhne erhöhen.

    Das Geld dritter kann man ja immer leicht ausgeben.

    Der Vulgärkeyensianismus in Deutschland ist lebendiger denn je!

    Kommentar von Oliver — 05.12.06 17:26 #

  3. Der Vulgärkeyensianismus in Deutschland ist lebendiger denn je!

    Oliver, Sie sind noch bei Neoliberalismus 0.9 – wir sind aber schon bei 2.1.

    Kommentar von Parker8 — 05.12.06 18:52 #

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