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Kopfschütteln und Entsetzen

Dienstag, 31.10.06 00:23 by jo@chim - 6 Kommentare

Es ist traurig, eigentümlich frei zu einer sektiererischen Provotruppe mutieren zu sehen. Da ist immer weniger von dem Marktplatz des Liberalismus zu finden, den die Zeitschrift einmal repräsentierte. Stattdessen werden Ressentiments bedient: sperrt den charakterlich und mental degenerierten Millionen einfach die Mittel und schon marschieren wir nicht mehr moralisch und wirtschaftlich in den Abgrund.
So einfach kann Hoppes “liberale Revolution” sein. Dass da niemand vorher draufgekommen ist. Da wäre dann nur noch das Problem, dass sich mit ausgestrecktem Mittelfinger schwer ein Bewusstseinswandel herbeiführen lässt. Macht nix: müssen wir eben weniger Demokratie wagen. Und AFL kriegt endlich günstig die Schuhe geputzt.
Das soll dann als “radikal liberal” verkauft werden. Absurd.
Juden hier: die NPD, dieser Vergleich in ef-online ist allerdings nicht nur saudumm, sondern perfide in der Art wie braunes Gesocks zum Terroropfer stilisiert wird. Da fehlen mir, was selten passiert, die weiteren Worte.
Es bleiben nur Kopfschütteln und Entsetzen.

Nachtrag: wegen der aktuellen Domain-Probleme hatte ich den Beitrag auch als Gastautor bei den Kollegen bissige Liberale veröffentlicht – dort hat sich eine ausführliche Diskussion entsponnen.


Das Antibuerokratieteam - seit 15.08.07 auf www.antibuerokratieteam.net

6 Kommentare »

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  1. @joachim,

    in der Wertung des Gast-”Kommentars” in der “Welt” sind wir uns völlig einig – selten so etwas saudummes gelesen.

    Was aber Deinen Hinweis auf “Juden hier: die NPD” angeht – diesen Beitrag habe ich anders gelesen und interpretiert: nicht ef macht diesen Vergleich auf, sondern ef kritisiert, daß – nach seiner Meinung – SpOn diesen Vergleich aufgemacht habe – wohl, weil nach ef-meinung SpOn glaube, seine Leser seien mit mehr als einem Gegner überfordert. Zitat: “Es bleibt die Frage, warum der „Spiegel“ und viele andere Medien von zwei extrem antikapitalistischen, und damit in der Tat markt- und menschenfeindlichen Gruppen, rinks „Antifa“ und lechts NPD, eine in Schutz nimmt und sogar deren Vergehen den braun-roten Brüdern im Geiste in die Springerstiefel schiebt.”

    Die Fragestellung ist m.E. legitim. Und daß extreme Linke und extreme Rechte mehr Gemeinsamkeiten haben als beiden lieb ist, weil sie letzlich im selben trüben Wasser der Unfreiheit, der Unterwerfung und des Kollektivismus’ fischen und mit Freiheit nix am Hut haben, ist mittlerweile auch hinreichend geklärt.

    Schönen Tag noch!

    wünscht
    Klaus

    Kommentar von klaus — 02.11.06 08:07 #

  2. @Joachim:

    Also, ich muss sagen, dass der Welt-Artikel zwar hart war, aber nicht so schlimm (vor allem der 2.) im Vergleich dazu, wass Herr Rosenbaum über den Vergleich von Juden und NPD gesagt hat.

    Es stimmt zwar, dass in der medialen Auffassung durchaus eine Überordnung von rechter Gewalt resultierend aus unserer Vergangenheit zu finden ist, aber dennoch ist noch ein großer Unterschied zwischen ungeduschten Anti-Fas und massenmordernden SAlern.

    Kommentar von Max — 03.11.06 17:43 #

  3. Ob das Klischee von den “ungeduschten Zotteln” so stimmt? Ich bin mir da nicht so sicher. In jedem Fall ist es keine Beurteilungskategorie über den persönlichen Umgang hinaus.
    Die beiden WELT-Artikel empfinde ich nicht nur von der Ausdrucksweise (”degenerierte Millionen”) her als herablassend, sie weisen auch politisch in eine falsche Richtung. Gegen Provokationen an sich habe ich nichts einzuwenden.

    Kommentar von jo@chim — 03.11.06 21:01 #

  4. Huch, wo ist denn mein Kommentar hin?

    Kommentar von DDH — 03.11.06 21:04 #

  5. Der ef-online-Artikel war sicher der Tiefpunkt in der gesamten eifrei-Geschichte! Da ich aber im Gegensatz zu so manchen Bloggern nicht immer schon “Feuer” gerufen habe, wo garkein Anlaß bestand und ich insbesondere die ganzen hysterischen Anti-Hoppe-Mätzchen nicht mitgemacht habe, ist mein Einfluß auf den ef-Herausgeber immer noch stark genug, um zu garantieren, daß Derartiges sich fürderhin nicht wiederholt!

    Kommentar von DDH — 03.11.06 21:07 #

  6. > Der ef-online-Artikel war sicher der Tiefpunkt

    Jo, ganz sicher ;-)

    > hysterische Anti-Hoppe-Mätzchen

    Das Diffamieren von (durchaus ernstgemeinter) Kritik hatte noch nie argumentative Reichweite.

    Für den informellen Beitritt in den erlauchten ef-”Redaktionsbeirat” jedoch herzlichsten Glückwunsch!

    Kommentar von Bodo Wünsch — 04.11.06 19:04 #

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