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Abu Hamza: Wie man ein Haus aus dem Hochsicherheitsgefängnis heraus kauft

Donnerstag, 12.10.06 09:22 by Oliver M.H. - 3 Kommentare

Die britische Regierung ist stolz darauf, hart und konsequent gegen den Terrorismus vorzugehen. Da wird die Einführung von Personalausweisen vorbereitet, an jeder Ecke wird man von ßberwachungskameras gefilmt, und Terrorverdächtige können länger denn je von der Polizei festgehalten werden. Die Regierung will mit all dem vor allem eines demonstrieren: “Wir haben die Lage im Griff, alles ist unter Kontrolle.”

Nicht ganz, könnte man meinen, wenn man heute einen Blick in britische Tageszeitungen wirft. Es geht um den Fall Abu Hamza, das ist der frühere Imam der Moschee von Finsbury Park, der durch seine Hasspredigten und den auffälligen Haken an Stelle seiner rechten Hand bekannt geworden war. Abu Hamza wurde im Jahr 2004 verhaftet. Zur Last gelegt wurden ihm Mordaufrufe und Anstiftung zum Rassenhass.

Während Hamza im Hochsicherheitsgefängnis von Belmarsh auf seinen Prozess wartete, in dem er später zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, kaufte er, wie sich jetzt herausstellte, noch eben ein Haus für 220.000 Pfund im Londoner Stadtteil Greenford, nachdem er eine Wohnung in Hammersmith mit einem Gewinn von 130.000 Pfund verkauft hatte.

Ein Haus aus dem Gefängnis heraus zu kaufen, ist bereits merkwürdig. Völlig unerklärlich ist allerdings, wie Hamza überhaupt diese finanzielle Transkation bewerkstelligen konnte, denn eigentlich hatte das Finanzministerium bereits im April 2002 seine Konten unter den Anti-Terror-Gesetzen einfrieren lassen. Es kommt aber noch besser: Hamza beantragte für sein Gerichtsverfahren Prozesskostenhilfe in Höhe von 250.000 Pfund. Für jemanden, der gerade erst einen Gewinn von 130.000 Pfund beim Verkauf einer Wohnung gemacht hatte, ist dies zumindest ungewöhnlich. Nun versucht die Legal Services Commission einen Teil dieses Geldes von Hamza zurückzuverlangen, schließlich wurde er ja rechtskräftig verurteilt. Dabei stellte sich dann wohl auch der Hauskauf heraus.

Nicht nur Schattenschatzkanzler George Osborne versteht die Welt nicht mehr: ??If Abu Hamza bought a property while in prison, this will raise serious questions about the Government??s promise to clamp down on the financing of terror,” sagte er der Times. Wenn die Regierung nicht einmal die Finanztransaktionen von in Hochsicherheitsgefängnissen einsitzenden Terrorverdächtigen kontrollieren kann, wird wohl auch die Ausgabe von Personalausweisen und die Installation weiterer Myriaden von ßberwachungskameras keine Verbesserung der inneren Sicherheit bringen.


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3 Kommentare »

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  1. Man könnte den Eindruck gewinnen, da? die UK Regierung vieles, was sie lauthals verkündet, gar nicht wirklich will, denn ab einem gewissen Ausma? wird Unfähigkeit auch mal unglaubwürdig, und man vermutet Absicht statt Blödheit.
    War da nicht erst kürzlich etwas mit der “versehentlichen” Freilassung von ein paar Dutzend verurteiler, eigentlich abzuschiebender Krimineller?

    Kommentar von FAB. — 12.10.06 12:15 #

  2. Wer gestern das zweite Tor der Kroaten (sorry, es war das schönste Eigentor, was ich lange gesehen habe, angeschaut hat, wei? wie toll England im Augenblikc drauf ist!

    Kommentar von Hrvatski — 12.10.06 12:25 #

  3. Beängstigend: http://islamisierung.info/

    Kommentar von Jerome — 12.10.06 22:20 #

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