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Anhänger der Ellebogengesellschaft

Donnerstag, 31.08.06 16:45 by Oliver Luksic - 7 Kommentare

Grünen-Chef Bütikofer sieht die FDP auf Bundesebene mit ihrem Neo-Liberalismus auf einem Bahnsteig, von dem in absehbarer Zeit kein Zug mehr abfährt. Dumm nur, dass die FDP nicht nur in den Umfragen weitaus besser da steht als die Grünen, die ihre Rolle in der Opposition noch nicht gefunden haben.
Doch nur, weil all diejenigen, die enttäuscht darüber sind, dass Frau Merkel von ihren marktradikalen Positionen des Wahlkampfs wieder abgerückt ist, jetzt Herrn Westerwelle hinterher rennen, meint der oberschlaue Bütikofer. So ein Pech, dass diese dummen Bürger der FDP “hinterher rennen”. Da hat er ja nicht mal Unrecht.

Es gibt in Deutschland in der Tat ein gewisses Potenzial von Anhängern der Ellenbogen-Gesellschaft, denen die Frage, ob der Staat die notwendige soziale Infrastruktur vorhält, egal ist. Dieses Milieu befindet sich aber auf einem Irrweg und kann nicht unser Partner für eine ausgewogene Erneuerungspolitik sein.

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Das Ende vom Anfang

Dienstag, 22.08.06 14:48 by Oliver M.H. - 5 Kommentare

Was waren das doch für wunderbare Aussichten: Robert von Heusinger (Die Zeit) und Thomas Fricke (Financial Times Deutschland) konnten gar nicht genug bekommen von den immer besser werdenden deutschen Konjunkturdaten. Sollte es beim Wirtschaftswachstum dieses Jahr gar tatsächlich eine Zwei vor dem Komma geben? Gingen die Arbeitslosenzahlen nicht massiv zurück? Sprudelten nicht die Steuereinnahmen ganz unerwartet? Und das alles ganz von alleine, ganz ohne böse neoliberale Reformen. Deutschland, ein Sanierungsfall? Von wegen, meinten sie. Alles in bester Ordnung. Nur ein wenig mehr Binnennachfrage wäre schön; auch eine Zinssenkung könnte helfen.

Natürlich blendeten sie bei den Konjunkturdaten geflissentlich aus, dass sich an den grundlegenden Strukturproblemen der Republik nichts wirklich geändert hatte. Der Staatshaushalt war nach wie vor nicht verfassungsgemäß, die Staatsverschuldung wie gehabt schwindelerregend, die Arbeitslosigkeit immer noch auf sehr hohem Niveau. Und das Wachstum bewegte sich in Regionen, in denen nur sehr mutige ßkonomen schon von einem kräftigen Aufschwung sprechen würden.

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Sonderfall London

Montag, 21.08.06 17:35 by Oliver M.H. - 1 Kommentar

(erschienen in der aktuellen Ausgabe der “Schweizer Monatshefte“)

Die Stadtregion London versucht kommunale Demokratie mit den Erfordernissen des Managements einer global vernetzten Metropole zu verbinden. Die gegenwärtige Lösung vermag nicht zu befriedigen.

Schweizer MonatshefteLondon nimmt in Grossbritannien gleich eine mehrfache Sonderstellung ein und ist auch als Begriff durchaus vielschichtig: London ist sowohl Hauptstadt des Vereinigten Königreichs von Grossbritannien und Nordirland als auch englische Hauptstadt. Im engsten Sinne bezeichnet London dabei lediglich den historischen, gerade einmal 2,6 Quadratkilometer grossen Kern der Stadt, die City of London, die sich als Verwaltungseinheit sui generis der üblichen britischen Kommunalverwaltungsstruktur weitgehend entzieht.

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Every year, 13,000 pages of new laws

17:31 by Oliver M.H. - Kommentieren

… schrieb ich gestern im Sunday Telegraph. Und falls dies dem einen oder anderen bekannt vorkommt: A’Team-Leser konnten das ganze auch schon auf Deutsch lesen.

(Da es zu dem Artikel keinen Widerspruch von den Lesern dieses Blogs gab, konnte ich ihn guten Gewissens beim Sunday Telegraph einreichen).


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Heuschreckenalarm für Apotheken

17:11 by Sascha Tamm - 9 Kommentare

Der Streit um die Eröffnung einer Filiale von DocMorris in Saarbrücken ist eigentlich kaum eine Polemik wert. Die Fronten sind zu klar. Privilegien einer kleinen Gruppe – der Apothekenbesitzer – sollen gegen Konkurrenz verteidigt werden. Doch die verwendeten Argumente sind so typisch und werden von so vielen Politikern bedenkenlos wiederholt, dass eine kurze Analyse doch lohnt.

1. ??Die Qualität der Versorgung leidet.?? Oft wird die Frage der Eigentümerstruktur mit den Fragen von staatlichen Sicherheits-, Qualitäts-, Umweltschutz- oder andere Auflagen vermengt. Das geschieht besonders in Bezug auf staatliches Eigentum, das angeblich besser zur Erfüllung von Auflagen geeignet ist. Hier geschieht es nun mit der Behauptung, nur von Apothekern wirtschaftlich geführte Apotheken könnten die Qualität des Angebotes sichern. Man mag zu den verschiedensten staatlichen Regulierungen stehen wie man will, doch sie sind unabhängig von der Unternehmensform durchzusetzen. So könnte es beispielsweise eine Auflage geben, dass in jeder Apotheke ein oder mehrere ausgebildete und geprüfte Apotheker anwesend sein müssen. Das hat mit dem Eigentumsverhältnissen überhaupt nichts zu tun.

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Datenschutz für Profiteure

Montag, 14.08.06 17:29 by Sascha Tamm - 3 Kommentare

Die EU-Agrarsubventionen sind ebenso ökonomisch unsinnig wie die so genannten Strukturfonds. Zudem sind sie ungerecht. Das Geflecht der Begünstigungen für einzelne, oft sehr kleine Interessengruppen gedeiht – im Gegensatz zu den schmackhaften Produkten der EU-Bauernschaft – am besten im Dunkeln. Wenn niemand weiß, wer wie viel bekommt, vermeidet das Neid und Kritik, die die Umverteilungsmaschine in Stocken bringen könnten.

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Die Schlüssel zum Trollkäfig …

10:50 by jo@chim - 7 Kommentare

… habe ich für die Urlaubszeit an Oliver M.H. übergeben, also bitte nicht böse sein, wenn Ihr Kommentar mal etwas länger in der Moderations-Warteschleife hängenbleiben sollte.
Ich verabschiede mich für die nächsten zwei Wochen samt GG, Kids, Bus, sowie Anthony Bourdain, William Gibson, Philip Roth, Gerd Habermann und der Konkubine des Erzbischofs im Gepäck – nicht nach Wales wie angekündigt, sondern wetterinduziert nach Mali Lošinj.
Mal sehn, ob ich ein brauchbares Internetcafe auf der Insel finde, dann gibts vielleicht auch die eine oder andere Urlaubsimpression hier zu lesen.
Per MDA werde ich mich jedenfalls definitiv nicht einloggen: 8,80 Euro per 100 kb Volumen sind nun doch etwas teuer, selbst für mein zweitliebstes Hobby Antibuerokratieteam :-)
Also, bis demnächst und … Stay tuned!


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Warum gehen Polen arbeiten?

08:43 by Oliver M.H. - 13 Kommentare

Nachdem es in Schottland immer mehr gewaltsame ßbergriffe auf polnische Gastarbeiter gegeben hat, überlegen nun einige Gemeinden, wie man am besten mit den überwiegend jungen Tätern umgehen kann. Eine der Ideen besteht darin, sie zum Austausch nach Polen zu schicken, wie die Times berichtet.

Interessanter aber noch als das Programm an sich ist die Aussage des Sprechers einer Kommunalverwaltung, der der Times den Hintergedanken erläuterte:

“A lot of the kids involved are from third-generation unemployed families and some of them have been asking their youth workers why Polish people need to come here, why they can’t stay in their own country. We thought the best way to answer that would be to show them. It would be one way of educating them, rather than chastising them all the time.”

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Geburtstagswünsche zum 13.8.

Sonntag, 13.08.06 19:35 by jo@chim - Kommentieren

Während die einen heute Maximo Führers Geburtstag feiern, wurde ein anderes sozialistisches Geburtstagskind des 13.8. schon länger vom verdienten Ende ereilt …
Happy Birthday Mr. Castro!


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GEZ abschaffen!

Freitag, 11.08.06 17:22 by Oliver Luksic - 17 Kommentare

Die GEZ für die ßffentlich-Rechtlichen muss man zahlen, auche wenn man sie gar nicht nutzt. 17,03 Euro zahlt der Bundesbürger monatlich für seinen Rundfunkempfang. Die Gebührenschraube dreht sich immer weiter und nun soll künftig auch jeder Besitzer eines internetfähigen Computers GEZ-Gebühren bezahlen müssen. Unfassbar! Die öffentlich-rechtlichen Sender nehmen zwar auch ihren Bildungsauftrag wahr, aber spielen vor allen Dingern immer mehr Konkurrenz zu den privaten Sendern. Um diesen Luxus dann zu finanzieren werden entweder die Gebühren erhöht, oder einfach mal die Gebührengrundlage ausgeweitet. Die GEZ ist ein Bürokratiemonstrum und gehört daher nicht mit mehr Geld ausgestattet, sondern abgeschafft.


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Terrorgefahr in London?

Donnerstag, 10.08.06 09:55 by Oliver M.H. - 1 Kommentar

Von meinem Fenster kann ich normalerweise die Flugzeuge im Landeanflug auf Heathrow sehen. Heute Morgen war es aber schon erstaunlich still, was vermutlich mit der Antiterroroperation letzte Nacht zu tun hat. Inzwischen kam die Bestätigung durch die Nachrichtenagenturen: Heathrow wird vorübergehend geschlossen. Lufthansa hat alle Flüge nach Großbritannien für heute abgesagt, und auch der Flughafen Brüssel hat den Flugverkehr nach GB ganz eingestellt. Das Innenministerium rief für das ganze Land die höchste Terrorwarnstufe aus.

Ich bin schon gespannt, an wie vielen Polizisten mit Maschinenpistole im Anschlag ich heute auf meinem Weg zur Arbeit in Westminster vorbeilaufen werde. Geht das alles wieder los?


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Doc Morris bekommt Recht: Revolution im deutschen Gesundheitswesen

Mittwoch, 09.08.06 13:37 by Oliver Luksic - 13 Kommentare

Revolution im deutschen Gesundheitssystem: Das Apotheker-Monopol wird geknackt, denn der niederländische Internet-Arzneihändler Doc Morris darf seine erste deutsche Filiale in Saarbrücken weiter betreiben. Das entschied das Landgericht Saarbrücken heute in einem Eilverfahren.
Im Kern geht es um die Frage, ob das deutsche Recht oder das europäische Recht greift und ob das saarländische Gesundheitsministerium eine Genehmigung erteilen darf. In Deutschland dürfen Nichtapotheker und juristische Personen – mit der Ausnahme von Krankenhäusern – keine Apotheke betreiben. Der saarländische Gesundheitsminister Hecken (CDU) hält diese Regelung aber für unvereinbar mit der europarechtlich garantierten und damit dem deutschen Recht übergeordneten Niederlassungsfreiheit und hat mit seiner Auffassung wie zu erwarten auch Recht bekommen. Die Apotheker sehen die Versorgungsqualität, als auch die mittelständische Apothekenstruktur bedroht. In ihrem Widerstand gegen die in anderen Ländern völlig normale Liberalisierung der Arzneimittelversorgung werden sie ausgerechnet von den Liberalen unterstützt: selbst die Grünen befürworten übrigens eine Liberalisierung. Bis zu 30% niedrigere Preise verspricht DocMorris, von denen Verbraucher und Krankenkassen profitieren. Der politische und der juristische Rechtsstreit um DocMorris geht weiter- es sieht ganz so aus als ob die Arzneimittelversorgung in Deutschland sich revolutionär verändern wird. Denn Doc Morris baut ein Logistikzentrum, ??fünf Gehminuten?? von der Saarbrücker Apotheke entfernt, das Deutschland zentral versorgen soll.


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Richtigstellung

00:23 by jo@chim - 6 Kommentare

Richtigstellung. Ein polemisches SoziallexikonDDH kenne ich vor allem als Analytiker, der die Verwerfungslinien zwischen der Galiläischen libertären Volksfront und der Libertären Volksfront von Galiläa anhand von Zitaten des (auch von mir geschätzten) Murray Newton Rothbard akribisch aufs Treffendste – und durchaus nicht in jedem Fall langatmig – beleuchten kann. Seine Lektüre-Empfehlung für den Sommerurlaub wider das “Newspeak” der orwellianischen Sozialphraseologen! (oh yeah Babe, let’s rock!) reiche ich aber auch unabhängig davon gerne weiter: Richtigstellung – ein polemisches Soziallexikon von Gerd Habermann. Ich habe mir das gerade für die regnerischen Tage in Wales ebenfalls gekauft. In der WELT einige Leseproben … wirklich kurzweilig und zum Nachdenken anregend! Wenn Sie den neuen Habermann über den Link oben bestellen, tragen Sie übrigens dazu bei, dass auch das A-Team sich bald ein paar nagelneue Amazon-Sponsored Opel Astra leisten kann, spätestens in 50 bis 100 Jahren – ok, OL kriegt bloss ein altes Cabrio, er ist ja noch nicht so lange dabei :P


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Vom Auswanderungs- zum Einwanderungsland

Dienstag, 08.08.06 15:56 by Oliver Luksic - 12 Kommentare

Jetzt hat es auch die Union geschnallt: Deutschland braucht mehr Einwanderung von Hochqualifizierten. Die Bundesregierung will dies zu Recht erleichtern, denn 2005 kamen nur 900 (!) dieser “Hochqualifizierten” nach Deutschland- gleichzeitig wanderten aber 145.000 Bürger aus, davon war der Großteil sehr gut qualifiziert. Kein Wunder, dass Deutschland nicht attraktiv ist im Wettbewerb um die klügsten Köpfe, wie auch der Mißerfolg der “Green Card” zeigt. Im Wettbewerb der einladensten Sozialsysteme sind wir wohl Spitze, nicht aber wenn es darum geht Top-Leute in das Land zu holen. Die Migration zeigt auch das Dilemma des Wohlfahrtsstaates. Er lädt zum Ge- und Mißbrauch In- und Ausländer ein und schreckt gut verdienende Leistungsträger ab, die auswandern oder erst gar nicht kommen.

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U2 may have found what they’re looking for

08:24 by Oliver M.H. - 8 Kommentare

Bono, der Leadsänger der Gruppe U2, hat in letzter Zeit weniger durch seine Musik als durch politische Botschaften auf sich aufmerksam gemacht. Die reichen Industrienationen sollten den Entwicklungsländern die Schulden erlassen und mehr Geld für Entwicklungshilfeprojekte zur Verfügung stellen, mahnte Bono unablässig auf Demonstrationen und G8-Gipfeln. Für soviel – selbstverständlich ganz uneigennütziges – Engagement drohte ihm gar der Friedensnobelpreis verliehen zu werden.

Bono und seine Bandkollegen haben aber offensichtlich eine Kleinigkeit bei ihren politischen Kampagnen übersehen: Das Geld für die Entwicklungshilfe muss zuerst bei den Steuerzahlern der reichen Länder eingesammelt werden, bevor man es nach Afrika überweisen kann. Doch wer zahlt schon gerne Steuern? Ganz gewiss nicht U2 selbst. In Irland, dem Heimatland der Band, konnten Künstler nämlich lange von einer weitgehenden Steuerbefreiung profitieren. Diese ist allerdings kürzlich auf Einnahmen bis zu einem Höchstwert von 250.000 Euro reduziert worden, und folglich drohten der Band – wahrlich keine Geringverdiener – nun Steuerzahlungen.

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Doping für die Bürokratie

Montag, 07.08.06 16:54 by Sascha Tamm - 1 Kommentar

In den letzten Wochen wurden nicht zum ersten Mal viele unappetitliche Details aus der Dopingszene im Spitzensport bekannt. Die Empörung war groß – bei Sportfunktionären, Sportlern und in der veröffentlichten Meinung. Offensichtlich – und das konnte man ja mit guten Gründen schon lange vermuten – beruhen sehr viele sportliche Leistungen teilweise auf der Zufuhr verschiedenster Substanzen, auf der Behandlung von Sportlerblut in Laboren usw.. Das kann man gut oder schlecht finden. Oder es kann einem auch ziemlich egal sein.

Doch eines war absehbar: ßffentliche Empörung führt automatisch zum Ruf nach der Politik – von denen, die ihre vermeintlichen oder tatsächlichen Probleme nicht selbst lösen können oder wollen und nicht zuletzt von den Politikern selbst. Also: Ein Anti-Doping-Gesetz muss her, die Strafverfolgungsbehörden sollen durchsuchen, abhören, umfangreich ermitteln können. Die Steuerzahler sollen das bezahlen. Die einzelnen Sportverbände klagen immer wieder, dass für Doping-Kontrollen nicht ausreichend Geld da wäre. Auch hier werden gern die Steuerzahler zur Kasse gebeten.

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Scheinheilige Gewerkschaften

14:17 by Oliver Luksic - 1 Kommentar

Keine Tarifverträge, Nullrunden und Kürzung von Betriebsrenten: das ist nicht ein Sanierungsplan eines renditegierigen DAX-Unternehmens, sondern alltägliches Vorgehen der Gewerkschaften wenn diese selber Arbeitgeber sind.

Der Fall von Jan Altman-Schevitz (27), der im Manager-Magazin beschrieben wird, zeigt dass Gewerkschaften an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten sind. Der Diplompolitologe war zu Beginn dieses Jahres von Verdi für eben jene 2000 Euro brutto angeheuert worden, die in anderen Fällen gerne als Hungerlohn für Akademiker beschrieben werden. Ein schriftlicher Vertrag wurde abgelehnt, die 40 Stunden Arbeitszeit wurde dann auch noch als “Teilzeitmentalität” verspottet von den Gewerkschaftsfunktionären, die am liebsten ganz Deutschland mit der 35 Stunden Woche beglücken würden. Den Betriebsrat einzuschalten wurde Altman-Schevitz auch verboten- dafür musste er sogar den Hut nehmen, was wegen des fehlenden Vertrages kein Problem war. Das zum Thema Lockerung des Kündigungsschutzes. Betriebsbedingte Kündigungen sind übrigens wegen der desaströsen Finanzlage einiger Gewerkschaften kein Einzelfall. Dumm nur, dass man da nicht ??die Manager?? oder andere Heuschrecken verantwortlich machen kann.

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Castro war nie ein Kommunist

14:11 by jo@chim - 6 Kommentare

Castro war nie ein Kommunist – er ist ein Faschist, der zu spät gekommen ist

So der US-Kongressabgeordnete Lincoln Diaz-Balart gestern in einer ZDF-Dokumentation zur ausgehenden Castro-ßra. Der familiäre Hintergrund des Exil-Kubaners ist im Zusammenhang mit diesem markigen Spruch allerdings durchaus erwähnenswert:
Sein Batista-naher Clan (in den Fidel Castro 1948 übrigens einheiratete) hatte wohl einiges an Pfründen durch den Putsch der Guerilleros verloren. Kein Wunder also, dass Lincoln noch schlechter als andere auf Fidel zu sprechen ist, könnte man denken.
Aber auch Jorge Edwards, unter dem Sozialisten Salvador Allende chilenischer Gesandter in Havanna, setzt in seinem Spiegel-Essay der gute Stern des Tyrannen einen ähnlichen Bezug, indem er die Post-Castro-Zeit mit der Post-Franco-Zeit vergleicht.

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Vo?, die öffentlich-rechtlichen und Israel

Sonntag, 06.08.06 12:48 by Oliver Luksic - 13 Kommentare
Ist die Prophezeiung des Untergang Israels eine pessimistische Prognose oder betätigt sich SWR-Intendant Peter Voß als Papagei des iranischen Präsidenten? Keinen stört diese Aussage von letzter Woche, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Wirft die fast nicht vorhandene Reaktion ein ganz besonderes Licht auf die Medien unserer Zeit?

Voß meinte im Presseclub:

Ich habe mal zu einem alten Freund ?? ich kann ruhig sagen, wer es ist: Marcel Reich-Ranicki ?? gesagt, ich glaube nicht, dass sich Israel langfristig dort halten kann. Ich habe gesagt, ich glaube nicht an eine ßnderung der inneren Prozesse in den arabischen Ländern. Ich glaube nicht an Mentalitätsveränderungen. Ich glaube, wir werden irgendwann die Israelis wieder in Europa aufnehmen.

In den deutschen Medien scheint zur Zeit sowieso einiges möglich zu sein, was auch die von BILD am SONNTAG beauftragte Studie des unabhängigen Bonner Forschungsinstitut Media Tenor zum Thema Die Darstellung des Krieges im Nahen Osten ?? Medienanalyse der Berichterstattung von ARD und ZDF belegt.

Fazit: In ihren Hauptnachrichtensendungen werden ARD und ZDF ihrem Auftrag der unparteilichen und unabhängigen Berichterstattung über die Vorgänge im Nahen Osten nicht gerecht. So werde in allen vier Sende-Formaten Gewalt in erster Linie als Tat der Armee Israels vermittelt. Und weiter: Die Gewalt der Hisbollah wird erst am Ende der Beiträge erwähnt ?? wenn überhaupt.


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Die flotte Kubuntu

Freitag, 04.08.06 22:29 by jo@chim - 19 Kommentare

Ich habe mich die letzten Stunden mit der flotten Kubuntu – Vater übrigens ein stinkreicher Mäzen aus dem südlichen Afrika – näher beschäftigt.
Alle Achtung: die hat nicht nur den gewissen exotischen Flair, sie kommt auch viel frischer daher als meine gute alte Suse, an deren Eigenheiten ich mich zwar mehr oder weniger gewöhnt habe, die aber in letzter Zeit immer träger wird, wenn mich mein Gefühl nicht trügt. Die Neue schleppt wesentlich weniger Ballast mit sich rum, macht keine Zicken, soweit ich das bisher beurteilen kann. Und ihr Outfit: nicht schlecht, auch bei … Systemoperationen … immer schnittig. Sie kommt nicht so, wie soll ich es sagen, so altbacken daher, wie Suse. Ist aber auch nicht so gnomelig, wie ihre etwas ältere Schwester Ubuntu – das KDE, das sie nimmt, macht sie noch interessanter.
Wenn sie hält, was sie verspricht, hat Suse schlechte Karten – mittelfristig. Ich lasse die Beziehung als vorsichtiger Mensch natürlich erst mal parallel laufen, um zu sehen, ob sie es auch im Alltag bringt. Muss Suse eben etwas Platz machen …


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Endlich Untertitel für Schotten

18:18 by Oliver M.H. - 1 Kommentar

Bevor ich mich ins Wochenende verabschiede, hier noch eine kurze Meldung aus dem Vereinigten Königreich: Die BBC hat – ich möchte sagen: endlich – damit begonnen, Programme mit stark schottischem Dialekt zu untertiteln. Das verstehen die Schotten zwar nicht, dafür versteht der Rest der Insel jetzt aber die Schotten besser.

Und ich dachte schon, dass nur dumme Nicht-Muttersprachler wie ich Probleme mit nordbritischen Dialekten hätten.


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Ein Linker weniger.

17:31 by jo@chim - 2 Kommentare

Der Kollege von der Stimme der freien Welt mag nicht direkt neben dem linksrevoluzzionären Kriegstagebuch von Che in meiner Link-Schublade mit der Beschriftung Linke schmoren (was ich durchaus nachvollziehen kann) sondern lieber mit Liberale und Libertäre etikettiert werden (was ich begrüsse).
Ich habe diesen, meinen tragischen Irrtum, unverzüglich korrigiert: bevor noch irgendjemand auf die glorreiche Idee kommt, den §186 ins Spiel zu bringen (was nicht nur in diesem Fall Blödsinn wäre – sondern es überall ist, wo der untaugliche Versuch unternommen wird, politische Konflikte per Bittbrief an die Staatsanwaltschaft zu lösen).


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Not so clever

09:21 by Oliver M.H. - 1 Kommentar

Das ist einmal ein interessanter Vorschlag, den der Lehrer Simon Smith da auf der Konferenz seiner Gewerkschaft Professional Association of Teachers gemacht hat. Lehrer, so meint er, sollten Schüler nicht mehr “clever” nennen dürfen, denn die nicht so cleveren Mitschüler fänden das ganz uncool. “Successful” hörte sich besser an.

In gewisser Weise war das zu erwarten. Letztes Jahr hatte sich die Gewerkschaft schon dafür ausgesprochen, nicht mehr von “failures” zu reden, sondern lediglich von “deferred success”.

Ich hätte da allerdings noch eine andere Idee: Professional Association of Teachers klingt nun auch nicht direkt cool. Wie wäre es mit Totally Cool Gang of Deferred Successful Pensioners?

Weitere Vorschläge, die Damen und Herren Kommentatoren?


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Hör auf Stefan.

Donnerstag, 03.08.06 19:32 by jo@chim - 25 Kommentare

Viel zu lange habe ich mich nicht von dem immer reaktionäreren Dreck distanziert, den Stefan Herre und die Schreiberlinge und Kommentartrolle, die er in seinem Blog Politically Incorrect im letzten Jahr um sich geschart hat, mit zunehmend aggressiveren und xenophoben Untertönen Ausfällen verbreiten:
Aus falscher Rücksichtnahme gegenüber Stefan, den ich vor einem Jahr in München als zwar stockkonservativen, aber durchaus aufgeschlossenen Menschen kennengelernt hatte?
Aus falsch verstandener Toleranz gegenüber Positionen, die immer intolerabler formuliert wurden?
Aus einseitiger und falscher Parteinahme angesichts einiger, die schon lange eine Kampagne gegen PI betrieben, mit nicht weniger Hass als der angebliche “Neocon”, den sie bekämpften?
Von allem etwas wohl.
Wirres.Net berichtet nun davon, dass PI inzwischen jugendliche Fotokampftruppen rekrutiert, die Bürger gegen ihren Willen fotografieren und belästigen. Von dem gewaltsamen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte per Kamera dürfte es wohl nicht allzu lange dauern, bis ein durchgeknallter Möchtegern-Kreuzritter einem Muslim oder wen er dafür hält in Realitas Feuer unterm Hintern macht. Und Biedermann Stefan wird sagen: Oh, diese Brandstifter! Das habe ich nicht gewollt …
Stefan Herre, lass es nicht so weit kommen: Du hast Dich – ebenso wie auf der “linken” Seite Nixxon – selbst in eine Spirale aus Hass und Paranoia hineinmanövriert. Hör auf.
Nimm Dir ein Beispiel an ihm: mach das Blog dicht, es ist nicht schade drum, und schreibe unter neuem Label weiter, sobald Du Dich wieder in der Lage fühlst, ein Weblog zu führen, ohne andere zu beleidigen und/oder zu bedrohen.


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Neue Optionen für die FDP

18:30 by Oliver Luksic - 3 Kommentare

Nach Ansicht von Jürgen Rüttgers sei es falsch, zu glauben, dass “Steuersenkungen zu mehr Investitionen und damit zu mehr Arbeitsplätzen führen.. Die CDU ist keine kapitalistische Partei.” So etwas hört man nicht mal aus den Reihen der SPD! Kein Wunder, dass bei der fortlaufenden Sozialdemokratisierung der Union die FDP sich neue Optionsmöglichkeiten schaffen will.

Wer in der Printausgabe des Spiegel diese Woche das Interview mit Guido Westerwelle gelesen hat merkt schnell, dass die Union nicht mehr die einzige Option für die FDP sein kann: zu Recht, wie ich meine!


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Sponsored by Mum & Dad oder Auswanderung?

15:57 by Oliver M.H. - Kommentieren

Wenn es eine Sache gibt, die mich seit längerem schon an Großbritannien irritiert, dann ist es die Kultur der hohen Hauspreise. Dass die Ursache für die hohen Hauspreise vor allem im Planungsrecht zu finden ist, hatte ich schon mehrfach in diesem Blog geschrieben. Interessant sind aber auch die sozialen Auswirkungen, die das hohe Preisniveau hat. Dazu zwei aktuelle Meldungen:

  • Einer von Alliance & Leicester in Auftrag gegebenen Studie zufolge unterstützen britische Eltern ihre Kinder beim Hauskauf mit durchschnittlich (!) 17.677 Pfund (ca. 26.000 Euro). Wenn man bedenkt, dass First-Time-Buyers in der Regel junge Paare sind, sind dies schon über 50.000 Euro, die die ältere Generation der jüngeren pro Haus schenkt, damit diese überhaupt eine Chance hat, Wohneigentum erwerben zu können.
  • Eine andere Befragung hat ergeben, dass sich 54 Prozent der Briten ernsthaft mit dem Gedanken der Auswanderung befassen. Die Hauptgründe hierfür sind die britische Lebensqualität (darunter fällt wahrscheinlich auch der niedrige Wohnstandard), das Wetter und das hohe allgemeine Preisniveau. Ich sehe da schon einen Zusammenhang zu den Hauspreisen, auch wenn ich mir beim Faktor Wetter nicht ganz so sicher bin.

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Der österreichische Arm der Hisbollah

12:38 by jo@chim - 4 Kommentare

Gestern habe ich über einen antizionistischen Kämpfer wider die Penaten-Creme berichtet. Der bemühte sich wenigstens noch, den Eindruck zu erwecken, als sei sein Boykottaufruf gegen Israel kein direktes Eintreten für die Hisbollah-Terroristen.
Entschieden deutlicher wird die österreichische Sektion der linksradikalen Gruppe Antiimperialistisches Lager: In einem mit Stoppt den israelischen Terrorkrieg! betitelten Pamphlet beschwört sie die Solidarität mit dem Volkswiderstand, der von Hizbollah geführt und verkörpert wird und der eine Befreiung von der zionistischen Besatzung und der imperialistischen Vorherrschaft ermöglichte.
Es gelte, die europäische Unterstützung für den Volksbefreiungskrieg zur Zerschlagung des Amerikanischen Imperiums (soll heissen: den islamistischen Terrorismus von Hisbollah und Hamas) gegen die eingebildete zionistisch-amerikanische Weltverschwörung zu organisieren, denn:

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Bayerische Bürokratie gegen Schalke: 1:0

12:25 by Oliver M.H. - 2 Kommentare

Schlimm genug, dass mein FC Schalke 04 im Ligapokal gegen die Bayern verloren hat. Aber dann auch noch das:

In eine unerfreuliche Verlängerung musste der Profikader des FC Schalke 04 nach seinem Ligapokal-Auftritt in München gehen. Der Rückflug wurde wegen weniger Minuten Verzögerung ganz abgesagt, die Rückreise mit dem Mannschaftsbus war erst gegen 8 Uhr beendet.

Dabei hatte eigentlich alles nach einer reibungslosen Rückreise ausgesehen. Um 23.56 Uhr stand das Flugzeug auf dem Rollfeld des Münchner Flughafens, die Propeller drehten sich und alles war zum Abflug bereit. Um 0.01 Uhr wurden die Maschinen mit dem Hinweis auf ein Nachtflugverbot wieder abgestellt. Zwar hätte der Flughafen ein Auge zugedrückt, das bayerische Wirtschaftsministerium als Aufsichtsbehörde bestand jedoch auf Einhaltung der Richtlinien. Der maximal fünfminütige Verzug war übrigens nicht zuletzt einer ausgiebigen Gepäckkontrolle geschuldet. Somit war klar, dass die Schalker nicht wie geplant nach Münster/Osnabrück fliegen konnten.

Die nun angetretene Heimreise mit dem Bus verlief an einem Tag ohne Glück ebenfalls alles andere als reibungslos. Eine Vollsperrung sowie im weiteren Verlauf eine Nachtbaustelle auf der A3 zwangen die Knappen zu einem Umweg. Erst gegen 8 Uhr traf die Mannschaft am Donnerstagmorgen wieder auf Schalke ein.

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Von Island lernen

11:17 by Oliver M.H. - 1 Kommentar

Obwohl Island ein spektakuläres und atemberaubendes Land ist, gehört es wahrscheinlich nicht zu den Orten, von denen man erwarten würde, dort etwas über gute Gesetzgebung lernen zu können. Doch weit gefehlt: Im Südwesten der Insel gibt es einen Ort names “Thingvellir”. “Vellir” ist dabei das isländische Wort für Ebene, und “thing” nennen die Isländer ihr Parlament. Es war an diesem Ort, als die Isländer zum ersten Mal als eine Art Nationalversammlung zusammenkamen. Das war im 10. Jahrhundert. Einmal im Jahr traf man sich in Thingvellir, und jedes Jahr war es derselbe Ablauf. Ein weiser Mann, der sogenannte Gesetzessprecher (lögsögumaður), sagte alle bestehenden Gesetze auf und entschied danach die Streitigkeiten, die sich unter seinen Landsleuten ergeben hatten. Neue Gesetze konnten von jedermann vorgeschlagen werden, allerdings unter einer Bedingung: Der Gesetzessprecher musste sie auswendig lernen können, damit er sie bei der Versammlung im nächsten Jahr wiederum rezitieren konnte. Die Gesetze wurden nämlich nicht niedergeschrieben. Nun waren die Gesetzessprecher zwar offenbar wandelnde Lexika, oder besser gesagt wandelnde Gesetzbücher, aber ihre Aufnahmekapazität war doch begrenzt, und so mussten die Gesetze verständlich, klar und einfach sein. Eine Vorschrift, an die man sich nach einem Jahr nicht mehr erinnern konnte, konnte nicht Gesetz werden.

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Der moralische Unterschied zwischen Hisbollah und Israel

08:30 by Oliver M.H. - 1 Kommentar
The real problem in the region is not Israel, but what it represents to the Islamicists who surround it. The difference between Israel and her neighbours is that Israel is a capitalist democracy, with all the freedom and tawdriness that entails. They don’t give a monkey’s in Teheran about the fate of the poor Palestinians. Israel incarnates everything the mullahs hate, not least the spectacle of liberated womanhood that they find so appalling and so shamingly tempting.

Israel provides a focus for the resentment of a Muslim civilisation that finds itself materially and intellectually humiliated by the achievements of America and the West. …

Whatever the hideous shambles of the past few days, it is still true, in principle, that when Israeli rockets kill civilians, they have missed their targets, and that when Hizbollah rockets kill civilians, they have scored a deliberate hit. That is a moral difference that needs to be dinned into the skull of every saloon-bar strategist currently denouncing Israel.

Wie jeden Donnerstag gibt es auch heute wieder eine Kolumne des konservativen Abgeordneten Boris Johnson im Daily Telegraph. Lesebefehl.


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Lieber Gott, hilf der Polizei. Amen.

08:11 by Oliver M.H. - 1 Kommentar

Die neueste Waffe der britischen Polizei ist das Gebet. So schlägt es zumindest die Christian Police Association in Lincolnshire vor. ßber die Initiative “Prayer Watch” soll christlichen Gemeinden mitgeteilt werden, welche Arten von Verbrechen der Polizei zur Zeit Probleme bereiten. Die Gemeinden würden dann vereint dafür beten, die Täter zu fassen und die Zahl der Verbrechen zu reduzieren.

Nun glaube ich als Katholik durchaus an die Kraft des Gebets, weshalb es mir fernliegt (by the way: nicht fern liegt), mich über das Ansinnen der christlichen Polizisten lustig zu machen. Aber das ist eben Glaubenssache.

Trotzdem denke ich, dass schon viel gewonnen wäre, wenn sich die Polizei wieder auf ihre ureigenen Aufgaben besinnt und beispielsweise nicht mehr 77-jährige Witwen belästigt, das Vertikaltrinken zu ächten versucht oder Fans von The Clash verhaftet. Aber auch dafür kann man ja beten. Amen.

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Kauft nicht beim Juden …

Mittwoch, 02.08.06 13:31 by jo@chim - 9 Kommentare

… oder Israel boykottieren – Was jeder tun kann: Produkte ignorieren. Kann mir einmal jemand den Unterschied erklären? Wahre Glaubenskultur, die der Verantwortliche M.Koch da verbreitet, nicht?


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Der Sozialismus lebt.

11:10 by Oliver M.H. - 6 Kommentare

Die Geschichte ist nicht linear und wenn sie es wäre, dann hätte der Sozialismus nicht bis zum Ende der 80er Jahre mehr als 300 Mio Menschen vor den Zumutungen des Kapitalismus bewahrt. Wäre der Sozialismus ein singuläres Ereignis gewesen, dann müssten sich die “Leistungsträger”, wie sich die Kapitalisten inzwischen nennen, nicht immerzu vor dem Sozialismus fürchten – insbesondere nicht vor dem niedlichen kubanischen Sozialismus.

Solche Kommentare kann man im Forum der Financial Times Deutschland finden. Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf


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Vertikales Trinken

09:01 by Oliver M.H. - 13 Kommentare

Gestern Abend lernte ich eine ganz eigene britische Insitution kennen, das Great British Beer Festival. In den Hallen des Earl’s Court Exhibition Centre können derzeit Hunderte Biere aus dem ganzen Vereinigten Königreich probiert werden. Gemeinsam mit einem ebenfalls bierbegeisterten Kollegen habe ich mich durch Milds, Stouts und Bitters getrunken – übrigens auf sehr britische Art und Weise. Besagter Kollege war nämlich nicht zum ersten Mal auf so einem Festival und die Ergebnisse früherer tastings hat er in Excel-Tabellen abgelegt, in denen die Biere nach Land, Region, Alkoholgehalt und Geschmackseindrücken erfasst sind. Benotet wurden sie dann auch noch auf einer Skala von 1 bis 10. (Damit liegt mein Kollege voll im Trend.)

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George Galloway und die Hisbollah

08:25 by Oliver M.H. - 2 Kommentare

Celsius 7/7Der wöchentlichen Times-Kolumne von Michael Gove MP (früherer Chairman meines Think Tanks Policy Exchange und Autor des jüngst erschienen Buches Celsius 7/7 – How the West’s policy of appeasement has provoked yet more fundamentalist terror – and what has to be done now.) verdanke ich neue Einsichten zu den Ansichten des von seinem Big Brother-Abenteuer wiedergenesenen George Galloway. Michael zitiert seinen Parlamentskollegen von der Respect-Partei mit den Worten:??I glorify the Hezbollah national resistance movement, and I glorify the leader of Hezbollah, Sheikh Sayyed Hassan Nasrallah.?

Ah ja, die Hisbollah ist also eine nationale Widerstandsbewegung, quasi die Weiße Rose des Nahen Ostens? Auf so einen Unsinn muss man erst einmal kommen. Michael weiß aber noch mehr Merkwürdigkeiten über Mr Galloway zu berichten:

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Iran lernt von Frankreich

Dienstag, 01.08.06 12:57 by Oliver Luksic - 25 Kommentare

Weil die westliche Sprache schädlichen Einfluss auf den Iran haben soll, ordnet Präsident Ahmadinedschad den Verzicht auf Fremdwörter an: Von nun müssen Schulen und Medien die Begriffe auf persisch umschreiben. Helikopter sind nun ein Gerät mit “drehbaren Tragflächen”, die Pizza ist ein “elastischer Laib”. Die “Akademie Farhangestan” als neuer Sprachhüter des Landes hat einen Katalog mit mehr als 2000 Wörtern erstellt. Wie in Frankreich werden geläufige Wörter durch völlige Kunstbegriffe ersetzt. Diese Kunstsprache soll dann auch noch besser sein. Was den schädlichen Einfluss englischer Wörter auf den “Volkskörper” angeht haben Iran und Frankreich die gleiche Logik.


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Noch ein Stockanschlag

09:22 by Oliver M.H. - 1 Kommentar

Noch ein Stockanschlag, diesmal auf mich. Danke, Marian! Mal sehen, was mir zu Deinen Fragen einfällt.

Warum blogst du?

Gute Frage. Ich habe immer schon gerne geschrieben, und Diskutieren macht mir Spaß. Vielleicht wird aus der Schreiberei ja am Ende etwas Berufliches. Schaunmermal.

Seit wann blogst du?

Seit Anfang 2006.

Selbstportrait?

Ich kann nicht malen. Vielleicht versuche ich es daher einmal mit Adjektiven: liberal, optimistisch, neugierig, skeptisch und (leicht) zynisch. Passt das eigentlich alles zusammen?

Warum lesen deine Leser deinen Blog?

Ich habe keinen blassen Schimmer; das müsste man die Leser fragen.

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?

Mal sehen: “Che Guevara” (kein Scherz!)

Welcher deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?

Keiner. Wenn ein Eintrag wenig Aufmerksamkeit bekommt, habe ich etwas falsch gemacht und nicht die Leser.

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Our dogs are fed on Jehovah’s Witnesses

08:46 by Oliver M.H. - 3 Kommentare

Seit 32 Jahren hatte Jean Grove ein Schild an ihrem Gartentor, auf dem zu lesen war: “Our dogs are fed on Jehova’s Witnesses”. Dies war, um es klar zu sagen, ein Scherz. Dem vorausgegangen war ein Besuch der Zeugen Jehovas zu Weihnachten, über den sich Mrs Groves inzwischen verstorbener Ehemann so aufgeregt hatte, dass er eben jenes Schild anbrachte.

32 Jahre hing es nun am Gartentor, und niemand störte sich daran – nicht einmal die Zeugen Jehovas, die anscheinend genug Humor hatten, um das Schild nicht wörtlich zu nehmen.

Nun hat sich aber die Polizei der Angelegenheit angenommen. Sie statteten Mrs Grove einen Besuch ab und wiesen sie darauf hin, dass das Schild “distressing, offensive and inappropriate” sei. Sie möge es bitte demontieren.

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Christliche Regeln nach Leviticus

08:12 by jo@chim - 37 Kommentare

Der US-Radio-Moderatorin Laura Schlessinger wird die Aussage zugeschrieben, daß Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre. Darauf Bezug nehmend wird der folgende Text als offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Schlessinger im Internet verbreitet:

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