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In the name of the father?

Donnerstag, 20.07.06 09:27 by Oliver M.H. - 16 Kommentare

GPA AnzeigeDie durch die Mohammed-Karikaturen ausgelösten Proteste sind noch in unguter Erinnerung. Eine der Zeichnungen bildete den Propheten quasi als Selbstmordattentäter ab, was die Gefühle einiger Muslime verletzte.

Heute können wir beobachten, wie so eine Gefühlsverletzung bei Christen abläuft. Die Gay Police Association (GPA) schaltete eine Anzeige, in der eine Bibel neben einer Blutlache unter der ßberschrift “in the name of the father” gezeigt wird. Hintergrund ist der Anstieg der religiös (=christlich?) motivierten Angriffe auf Homosexuelle.

Im Grunde ist dies exakt dieselbe Anschuldigung, die sich auch in den Mohammed-Karikaturen implizit findet: Dass nämlich die Religion zu Gewaltakten führt bzw. missbraucht wird.

Es hat von christlicher Seite bislang keine gewaltsamenen Proteste gegeben. Auch Regenbogenfahnen wurden noch nicht verbrannt. Nur eine Anzeige ist erstattet worden, und Scotland Yard ermittelt gegen die homosexuellen Kollegen von der GPA. Es würde mich wundern, wenn diese Ermittlungen nicht bald eingestellt werden.


Das Antibuerokratieteam - seit 15.08.07 auf www.antibuerokratieteam.net

16 Kommentare »

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  1. Weder das Christentum, noch das Judentum oder der Islam sind per se Gewalt erzeugend oder verherrlichend. Im Gegenteil, im Alten Testament, das die Grundlage dieser Religionen bildet, sagt schreibt uns GOTT (ganz unmißverständlich?) vor. DU SOLLST NICHT MORDEN. Persönlich sehe ich da keinen Interpretationsspielraum, doch die Fundamentalisten (sämtlicher AT-Religionen) sehen das offenbar ganz anders. Die einen finden, daß man die “Ungläubigen” nicht nur töten dürfe, sonder geradezu verpflichtet sei, diese auszurotten. Wieder andere sind Vegetarier, weil sie das Schlachten von Tieren für Mord halten. Und so gibt es trotz klarer Worte, keine gemeinsamen Ansichten.
    Auch zur (männlichen) Homosexualität hat das Alte Testament klare Vorstellungen: ES SOLL EIN MANN NICHT BEI EINEM MANNE LIEGEN WIE BEI EINER FRAU.
    Allerdings steht nirgendwo, daß irgendwer berechtigt sei Homosexuellen Gewalt anzutun!
    Wie sagte Lenin schon so richtig? “Religion ist Opium für das Volk.” Und offenbar sind einige auf einem ganz miesen Trip.

    Kommentar von Holger Ehrlich — 20.07.06 11:06 #

  2. Lenin, selbst Religionsführer, hatte nicht ganz Recht, imo: Opium beruhigt. Wenn ich mir all die Verrückten, die im Namen ihrer jeweiligen Religionen und Ideologien anderen Menschen das Leben zur Hölle machen so ansehe, sollte es wohl besser heissen “Religion ist Crack fürs Volk”.

    Kommentar von jo@chim — 20.07.06 11:37 #

  3. @Holger

    Wir müssen schon unterscheiden. Das beliebte “alle sind gleich” funktioniert hier nicht. Nimm erst mal das Judentum als nicht-missionierende Religion aus. Die Juden mögen zwar Andersgläubige verachtet haben, gewaltsam bekehren oder gar ihre Religion über die Grenzen ihres Landes ausdehnen wollten sie nie.

    Und dann unterscheiden wir die maßgeblichen Werke der beiden übrigen Weltreligionen, den Koran und das Neue Testament. Oder noch besser, das Auftreten der beiden Hauptprotagonisten, Jesus und Mohammed. Der eine heilt das Ohr des Soldaten, der ihn festnimmt, der andere lässt ganze Stämme abschlachten.

    Das ist die Ausgangslage der Schrift. Zum Glück ist das Handeln der Person für die Christen wichtiger als für die Muslime, bei denen der Koran im Vordergrund steht. Dieser muss aber unbedingt historisierend gelesen werden – tut man das nicht, wird der Islam die Gewalt nicht los.

    Kommentar von Rayson — 20.07.06 11:38 #

  4. Und, joachim, wo du dich gleich dazwischen gedrängelt hast: Ich bin ja ein toleranter Mensch, und du musst Religionen nicht mögen. Aber dass du glaubende Menschen auf eine billige Tour abqualifizierst, das finde ich ziemlich bescheiden und im übrigen auch erhellend: Hass entsteht wohl nicht nur durch, sondern auch gegen Religionen.

    Kommentar von Rayson — 20.07.06 11:41 #

  5. Lieber Rayson, ich habe mich nicht dazwischen gedrängelt, sondern meiner Meinung polemisch Ausdruck gegeben. Versuchs trotzdem mal ruhig zu lesen: ich habe nichts gegen gläubige Menschen geschrieben, sie schon gleich nicht abqualifiziert. Nur gegen Verrückte, die im Namen ihrer jeweiligen [bitte mitdenken: organisierten, missionierenden] Religion auf anders- oder nichtgläubige Menschen losgehen und ihnen ihr Sexual-, Ernährungs- oder sonstiges Verhalten vorschreiben wollen.
    Dass organisierter, aggressiver Atheismus, der andere Menschen als Deppen hinstellt, weil sie an Jahwe, Gott, Allah oder Lord Ganesh glauben imo um kein Stück besser ist … ich dachte, das ginge aus dem Gesamtkontext dessen, was ich hier auf antibuerokratieteam.de geschrieben habe, halbwegs deutlich hervor?

    Kommentar von jo@chim — 20.07.06 12:03 #

  6. Kurze Zwischenfrage: Wer ist Lord Ganesh? Du meinst Ganesha, nicht meinen Kollegen Janan Ganesh? Er arbeitet noch daran, Lord zu werden ;-)

    Kommentar von Oliver M.H. — 20.07.06 12:05 #

  7. Tatsächlich sagte Lenin “Religion ist das Opium des Volkes”, was der Aussage einen völlig anderen Sinn gibt.

    Kommentar von Kalle — 20.07.06 12:28 #

  8. Danke fuer den Hinweis, Kalle, aber ich glaube es war noch etwas anders – zumindest, wenn man dieser Webseite vertrauen darf:
    “Nicht Marx, sondern W. I. Lenin (1870-1924, russischer kommunistischer Revolutionär, Politiker und Gründer der Sowjetunion) hat den kämpferischen Atheismus mit dem Klassenkampf identifiziert und den Satz von Marx »Religion ist Opium des Volkes« zur Revolutionsparole (”Opium für das Volk”) erhoben.”

    Kommentar von Oliver M.H. — 20.07.06 12:33 #

  9. Korrekt, Ganesha – er wird auch Lord Ganesh genannt.

    Kommentar von jo@chim — 20.07.06 12:53 #

  10. Nein, , der sieht meinem lieben Kollegen Janan nun ueberhaupt nicht aehnlich.

    Kommentar von Oliver M.H. — 20.07.06 12:55 #

  11. joachim, das “Dazwischendrängeln” war ironisch gemeint. Aber wenn du sagst: “Religion ist Crack fürs Volk”, dann fühle ich mich schon als Drogensüchtigen hingestellt.

    Kommentar von Rayson — 20.07.06 13:12 #

  12. Obwohl das mit der Vergleich mit der Drogensucht nicht so weit hergeholt ist. Bei den Heroinabhängigen wird das Lustzentrum stimuliert und bei den Religiösen das Gottesmodul. Beides führt zu Realitätsverlust und gelegentlich zu Halluzinationen. (Wobei letzteres von der Religion auch als “Vision” bezeichnet wird)

    Auch die Steigerung der Aggressivität vom Judentum über das Christentum zum Islam hin, ist kein Zufall. Der Islam musste so aggressiv sein, um sich noch so weit ausbreiten zu können und der “Konkurrenz” die Stirn bieten zu können.

    Kommentar von Klaus — 20.07.06 19:11 #

  13. “Warum darf ich keine Kanadier besitzen?”…

    Spannend ist immer wieder, daß im Gedächtnis haften bleibt, was man eigentlich erst lange suchen müßte. Aber nicht, was drumherum dann auch noch steht. Warum wohl? Marketing-Experten wüßten wohl Antworten … Kulturhistoriker, Psychoanalytiker und Ethn…

    Trackback von Metalust & Subdiskurse — 20.07.06 21:07 #

  14. @Klaus

    Lassen wir mal dahingestellt, wer von uns beiden mehr unter Realitätsverlust leidet, ok?

    Kommentar von Rayson — 20.07.06 22:22 #

  15. @ Rayson
    Ich halte mich von im Christentum üblichen Hilfsmitteln wie Weihrauch und Messwein fern. Würde ich auch dir als ersten Schritt zur Abstinenz raten :-)

    Kommentar von Klaus Brüssel — 20.07.06 22:59 #

  16. @Klaus

    Entscheidend ist nicht, von was du dich fernhältst, entscheidend ist, was du nimmst.

    Kommentar von Rayson — 20.07.06 23:03 #

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