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Schurkenstaat Israel: Es fehlen die Begriffe.

Freitag, 14.07.06 19:02 by Oliver M.H. - 8 Kommentare

Es fehlen die Begriffe, meint der Kommentator im “WDR2-Klartext”, Jürgen Hanefeld. Und mir fehlen angesichts seines Kommentars die Worte. Zitat:

Israelische Militäroffensive: Sündenbock Libanon

Uns fehlen die Worte. Oder besser: die Begriffe fehlen! Ist das nun eine Geiselbefreiung? ein Racheakt? Ist es bereits Krieg? Nichts von alledem. Es ist ein ßberfall. Auf einen souveränen und friedfertigen Staat.

Egal, welche innenpolitischen Motive Premierminister Olmert und seine Falken dazu bewogen haben, sich wie “Schurken” zu verhalten – aber sie tun es. …

Die Frage ist: Wer bringt Herrn Olmert zur Vernunft, bevor der ßberfall in einen Krieg mündet, der nicht nur den Nahen Osten erschüttern, sondern die Welt erneut spalten kann. Ein westlicher Diplomat bemerkte neulich, Israel glaube immer noch, Anspruch auf die Sympathien des kleinen David mit der Steinschleuder zu haben. Und merke nicht, dass es längst als aggressiver Goliath wahrgenommen wird. Wer sagt es Herrn Olmert?

Merke: Der WDR-Kommentator hält Israel für einen aggressiven Schurkenstaat, der aus innenpolitischen Motiven seine friedlichen Nachbarn angreift. Wie bitte?

Es gibt – zum Glück – aber auch noch andere Meinungen in den Medien, zum Beispiel die von Andrea Seibel. In der Welt schreibt sie:

Israel marschiert in den Libanon ein. Was Franzosen und Russen umgehend als “Kriegshandlung” geißeln, wird von den USA und Deutschland wohlverstanden als Akt der Selbstverteidigung. Die Lage in Nahost, immer volatil, ist so ernst und verfahren wie schon lange nicht mehr. Israel versucht Abschreckung durch Frontalangriff. Hisbollah im Libanon wie Hamas in Gaza soll mit aller Macht, und die liegt nun einmal im Militärischen, klar gemacht werden, daß Raketendauereschuß und die Entführung von Soldaten zu erpresserischen Zwecken nicht geduldet werden.

Israel hat keine Wahl. In einem hochgradig feindlichen Umfeld, in dem man bei Libanon, Syrien oder Iran nicht von “Nachbar”-Staaten sprechen kann, scheint dies die einzige Sprache, die Terroristen verstehen. Man hat sich vergangenes Jahr aus Gaza und Jahre zuvor aus dem Südlibanon zurückgezogen und auf politische Lösungen gesetzt. Doch dies wurde nur als Schwäche interpretiert – eine bittere Lektion. Israel muß weiter mit der schier unerträglichen Tatsache leben, daß ein Großteil der arabischen Welt es am liebsten ausgelöscht sähe.




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