Bewegungen und Abgründiges
Leider mangelt es mir im Moment immer noch an den zeitlichen Ressourcen, einen regelmässigen Betrieb von Antibuerokratieteam.de aufrecht zu erhalten. Lang dürfte es aber nicht mehr dauern, bis Oliver zurück aus dem Outback ist und hier wieder Output liefert. Auch Sascha T. wird sicher früher oder später wieder aus der Versenkung auftauchen.
Völlig konnte ich das Polemisieren trotz blogferner Prioritäten natürlich nicht sein lassen und habe mich deshalb an einigen hochinteressanten Maschendrahtzaun-übergreifenden Diskussionen in Kleinbloggersdorf beteiligt (bzw. wenigstens eine Marke gesetzt ;)).
Wirklich lesenswerte, wenn auch manchmal etwas langatmige Positionsklärungen, die sich da ergeben. Und allemal spannender als die aktuellen Trennungsfeierlichkeiten zwischen Liberalen und Haudruff-Konservativen in der Kommentarsektion von Statler & Waldorf.
Anderswo wiederum illustrieren Troll-Plagegeister mit ihren Ergüssen, dass ein geisteswissenschaftliches Studium keineswegs vor abgründiger Geschmacklosigkeit bewahrt – wie kann man als 41-jähriger Mann nur öffentlich derart niedriges Niveau beweisen?
Dass sich leider auch manche (zumindest gelegentlich) seriös argumentierende Blogger mit der Bewegung in die richtige Richtung noch schwer tun, zeigen üble Beschuldigungen wie die des Linksbloggers Dr.Dean, der mir vorwirft ein Domainräuber zu sein. Ich habe das auf Karsten Dürotins Liberaler Stimme einmal mehr richtig gestellt.
Soviel erst mal – bis die Tage. Stay tuned!
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Update, 31.05., 13.55: Ah ja … so is’ brav. Was Erinnerungen an die ßffentlichkeit all unseres Tuns nicht so alles bewirken können *gnihihihi*
Halali!
Das abschliessende Statement zur diesjährigen Bärensaison gibts von Maxeiner & Miersch in einer ihrer schönen Kolumnen in der Welt:
Das Argument, der Bär richte wirtschaftlichen Schaden an, überzeugt nicht. Wenn jeder erschossen würde, der hierzulande wirtschaftlichen Schaden anrichtet, wäre das gesamte bayerische Kabinett nicht mehr sicher.
Halali! (Via [martin hagen])
Einwanderung: Die Gewinne überwiegen die Verluste
Die FTD veröffentlicht die ßbersetzung eines von Alex Tabarroks (der auch das Weblog Marginal Revolution betreibt) initiierten Manifestes prominenter US-ßkonomen für eine freizügige Einwanderungspolitik: Einwanderung ist von Vorteil für die Gesellschaft – in den USA, wie hierzulande. Die Originalfassung sowie Literaturhinweise zur ökonomischen Einwanderungsdebatte sind auf der Website des Independent Institute zu finden. Ich dokumentiere das Manifest hier im Folgenden komplett:
Kremlins gibt’s überall
Nicht nur in den Kommentarsektionen verschiedener Weblogs bläst widerwärtiger Pöbel zur Jagd auf Andersdenkende und Migranten, auch im Online-Forum des FDP-Bundesverbandes verbreiteten Kommentar-Trolle letztes Wochenende ihre Hetze: der überfallene türkisch-stämmige PDS-Abgeordnete Giyasettin Sayan wurde auch dort aufs ßbelste beschimpft. Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, stellte der FDP-Landesvorsitzende Markus Löning dazu klar, dass Sayan Mitgefühl verdient habe, nicht die Verhöhnung durch herz- und hirnlose Idioten.
Im selben Artikel werden übrigens auch die Berichte um angeblichen oder tatsächlichen Antisemitismus im Vorstand der FDP-Reinickendorf – Statler hat dazu geschrieben (vielleicht voreilig?) – relativiert: möglicherweise handelt es sich dabei um innerparteiliche FDP-Kabale, bei der mit allem Schmutz, der den Akteuren gerade in Reichweite erscheint, geworfen wird. So traurig es ist: Kremlins gibt’s überall … nicht nur, aber auch, in der FDP (das war jetzt ein Insiderscherz)
Islamophobie: eine Begriffsklärung
Im Online-Lexikon Wikipedia wird die Phobie als eine krankhafte Angst, das heißt eine unbegründete, anhaltende Angst vor Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten oder Personen (der phobische Stimulus) beschrieben. Islamophobie wäre dementsprechend, als Sonderfall der Xenophobie (der allgemeinen Furcht vor Fremden), die krankhafte Angst vor dem Islam.
Diejenigen Konservativen (und auch manche – nach eigener Definition – Liberale bzw. Libertäre) die sich positiv auf den Slogan I’m proud to be islamophobic beziehen, sagen damit also mehr über mangelnde Sprachkompetenz aus, als über ihren Willen, der islamistischen Attacke auf westliche Grundwerte entschieden entgegen zu treten.
Bei einigen “Kreuzrittern” in den Kommentarsektionen diverser Weblogs und anderer Online-Medien kann ich mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass die Eigendiagnose als Phobiker durchaus zutreffend ist.
Das reicht, Kewil
Den Verweis auf das Weblog Fakten und Fiktionen in unserer Rubrik Blogsphere habe ich gerade entfernt. Mit dem Pöbel, der sich dort – offensichtlich mit Billigung des Blogautors – herumtreibt möchte ich nicht in Verbindung gebracht werden.
Das Jahr 2014 …
… das Jahr, als Don Alphonso Porco M. endlich, endlich, bei einem Economy Watch Blog Netzmagazin einen bezahlten Job als Endlektor (auf Hartz14-Basis aus dem Fonds “Hilfe für Südbayern”) gefunden hatte, und jedem der behauptete, er wäre jemals Blogger gewesen, mit Klage per Rechtshilfeberatungsschein drohte. Und mit Artikeln auf totem Holz.
2014. Ein stilles Jahr.
Sind wir nicht alle ein bisschen Dan?
Create your own Dan Brown Novel (gefunden bei Classless)
Local News
Der Betrüger erklärte auf Nachfrage, mit den durch Vorspiegelung falscher Tatsachen bei gutgläubigen Bürgern ergaunerten Geldern hätte er seinen Haushalt sanieren und die Nebenkosten reduzieren wollen. Bei seiner Verhaftung zeigte er sich uneinsichtig:
das nächste Mal werde er’s eben in grösserem Stil aufziehen, meinte er.
Keinen Fussbreit den Gewalttätern!
Es gibt kleine und mittlere Städte in Brandenburg und anderswo, wo ich keinem, der eine andere Hautfarbe hat, raten würde, hinzugehen. Er würde sie möglicherweise lebend nicht mehr verlassen.
Der ehemalige Regierungssprecher Uwe Karsten Heye hat Recht, was soll man mehr dazu schreiben? Vielleicht noch das:
Wenn jetzt viele aufheulen ich habe doch damit nichts zu tun, dann ist das zwar wohl meist richtig, aber auch Teil des Problems. Bürger die bei Gewalt wegsehen, vielleicht noch mit klammheimlicher Freude, weil sie die jeweiligen Ziele (Ausländer raus, Kapitalisten raus, Ungläubige raus, Wer-auch-immer raus) okay finden, machen sich mitschuldig, ob sie wollen oder nicht. Also: keinen Fussbreit den Gewalttätern!
Dann klappt’s auch wieder mit dem Tourismus.
Wo ist Beckstein, wenn man ihn mal braucht?
Welche Waffen haben denn die Palästinenser, um sich unter vertretbaren Verlusten zu wehren? Ich bin gegen Terrorattentate. Ich erkenne aber an, dass die Palästinenser kaum andere nennenswerte Mittel haben. Insofern verurteile ich die Hamas nicht
So Christoph Hörstel von der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG), der das Durchbrechen des Hamas-Regierungsboykotts für einen wesentlichen Beitrag zum Nahost-Friedensprozess hält, zu Spiegel Online.
Zwei FDP-Parlamentarier und der SPD-Bundestagsabgeordnete Dzembritzki machen sich nun zu Erfüllungsgehilfen dieses Terror-Beschönigers: Ob meine beiden Parteifreunde Hellmut Königshaus und Karl Addicks aus Naivität oder bewusster Provokation “Gespräche” (in wessen Auftrag? mit welchem Ziel?) mit dem Hamas-Minister für Flüchtlingsfragen Atef Adwan geführt haben, kann und will ich hier nicht beurteilen. Es existiert allerdings ein klarer Boykott-Beschluss der Europäischen Union inklusive Kontaktsperre.
Dass der Islamist Adwan trotzdem hier mit einem gültigen Schengen-Visum herumreisen und Gelder für die Hamas-Verwaltung erschnorren kann, ist ein Skandal allerersten Ranges! Ich bin ja sonst nicht so für’s Abschieben … aber in diesem Fall: Beckstein, übernehmen Sie!
Denkanregung
Ich würde ihm ein Fläschchen Feuerzeug-Gas schicken mit einem PostIt dran: ‘Fühlen Sie sich ganz wie zu Hause!’
Dass Daniel Weber nicht nur Gas für den jüdischen Journalisten Henryk M. Broder auf Lager hat, sondern auch so richtig schön widerwärtig rassistisch auf den Busch klopfen kann, zumindest wenn es um die Legitimitationsnutte Ayaan Hirsi Ali geht – wer hätte es (nicht) vermutet? Sarkasmus beiseite: ich frage mich ernsthaft, wo hier der Aufschrei oder wenigstens die Distanzierung derjenigen bleibt, die ansonsten, und manchmal nicht zu Unrecht, lauthals gesellschaftlichen Rassismus und Chauvinismus beklagen.
Sind die Pöbeleien Webers legitim, nur weil sie sich meist gegen Personen richten, die er meint als “neokonservativ” identifizieren zu können?
Ficken für den Frieden?
Oliver begibt sich in den nächsten beiden Wochen auf die andere Seite des Globus und eine weitere Etappe einer Reise, für die ich ihm alles Gute und vor allem auch gute Nerven ;) wünsche. Die London Callings werden also weitestgehend ausfallen. Ich selbst habe nach wie vor aus beruflichen Gründen nicht sehr viel Zeit zum Bloggen (die letzte Gehaltserhöhung will schliesslich legitimiert werden).
Die Einträge auf Antibuerokratieteam.de werden also wohl noch für einige Zeit eher sporadisch plätschern.
Die Anregung zum inspirierenden Titel dieses Beitrags hat übrigens mein hochwohlgeschätzter Bloggerkollege Greg B. Grabinski geliefert, den bei den FDOGs offensichtlich Frühlingsgefühle plagen: America the Great! Ich bin mit Dir Greg (siehe oben)
Leider schaffen weder Hillary noch Condoleezza den Benchmark mit Mrs. Libertarian auch nur im Ansatz, so gesehen *gnihihi*
Doch kein Gras auf dem Popocatépetl
Nun kneift Vicente Fox Quesada, erster bürgerlicher Präsident Mexikos nach 70 Jahren Herrschaft der Einheitspartei Partido Revolucionario Institucional (PRI), also doch:
angesichts des starken Drucks der Antidrogen-Lobby aus den USA wird er das mexikanische Drogenliberalisierungsgesetz vorläufig nicht unterschreiben. Die USA hatten argumentiert, dass die von ihm und seiner konservativen Partei (PAN) forcierte Entkriminialisierung geringer Drogenmengen “Drogentourismus” befördern würde und fanden mit der linken PRD ungewohnte Verbündete an ihrer Seite.
Möglich, dass Vicente Fox die Mittelstandsförderung bei seinem Vorstoss im Sinn hatte, vielleicht war es ja tatsächlich auch, wie Telepolis mutmasst, ein Wahlmanöver angesichts der bevorstehenden Präsidentsschaftswahlen, für die er nicht wieder kandidieren kann. Worin auch immer die Motivation im Einzelnen bestehen mag: die Diskussion in Mexiko zeigt jedenfalls, imho, dass angesichts einer – gerade auch in Lateinamerika – von Staatsgläubigkeit und Autoritarismus geprägten Linken Freiheitsimpulse heutzutage eher aus der libertären und konservativen Ecke kommen.
Ausführlicher werden libertäre Positionen zur Prohibition übrigens aktuell auf Ideas, dem immer wieder lesenswerten Weblog des Anarchisten David Friedman diskutiert.
Guess who’s coming to dinner with Red Ken?
Bin ich froh, dass ich nächste Woche nicht in London bin. Da bekommt die Stadt nämlich Besuch von Hugo Chávez. Nun war nicht zu erwarten, dass der venezolanische Präsident von Tony Blair eingeladen würde, schließlich wurde Blair gerade erst von Chávez als Verbündeter Hitlers bezeichnet. Aber da gibt es immer noch den Londoner Bürgermeister Ken Livingstone, dem selbst abwegigste historische Vergleiche keine Probleme bereiten. Der rote Ken hat also den roten Hugo nach London gebeten, und in der Times schreibt heute ein in Großbritannien lebender Venezolaner, was er davon hält. Auszug:
Stuehleruecken auf der Titanic
Gestern hatte ich zum ersten Mal das Vergnuegen, als EU-Buerger in England waehlen zu duerfen. Fuer einen Deutschen sicherlich ungewohnt, habe ich also meine Stimme an einem Donnerstag kurz vor der Arbeit in einer West-Londoner Grundschule abgegeben. Genaugenommen hatte ich sogar drei Stimmen, die ich fuer die drei zu waehlenden Ratsmitglieder in meinem Stimmbezirk abgeben konnte. Da die Liberaldemokraten in meinem Stimmbezirk noch nie eine Chance hatten und die Labour-Regierung abgewirtschaftet hat, fiel die Wahl nicht weiter schwer. Ausserdem ueberzeugte das Versprechen der Konservativen, die Council Tax in den naechsten Jahren deutlich zu senken.
Boris Johnson v Germany
Der von mir schon haeufig lobend erwaehnte britische Unterhausabgeordnete und Daily Telegraph-Kolumnist Boris Johnson hatte gestern einen sportlichen Auftritt. Beim Benefizspiel England v Germany, es handelte sich um Mannschaften aus frueheren Fussballern und Prominenten, wurde er kurz vor Schluss eingewechselt.
Johnson wollte sich sofort in das Spielgeschehen einbringen, allerdings hatte er sich offenbar in der Sportart geirrt, wie diese Szene belegt:

Auch das Video dazu ist empfehlenswert:
http://www.youtube.com/watch?v=iWIUp19bBoA
Nun musste ein leicht zerknirschter Boris Johnson heute zu Protokoll geben, dass zumindest keine boese Absicht hinter dem rueden Foul steckte:
Die Freiheit, die sie meinen
Werner Pirker, als Schild und Schwert der stärksten der Parteien fest gegen den neoliberalen Zeitgeist an der Seite von Fidel Castro und Alexander Lukaschenko, schreibt in der Kinderbeilage der Nationalzeitung (Henryk M. Broder) zu Forderungen nach Freilassung des inhaftierten weissrussischen Oppositionsführers Alexander Milinkiewitsch, selbst aus der PDS:
[...] Aber für mit Kuba solidarisch verbundene Politiker besteht deshalb noch lange kein Grund, dem belorussischen Modell auf soziale Orientierung die Solidarität zu verweigern und Freiheit für die Betreiber eines asozialen »Regime change« zu fordern [...]
Die Freiheit, die sie meinen (die Wiedergänger Mielkes): Solidarität mit Lukaschenko und Sarkawi! (via Externspeicher)
Der kurze Sommer der Idiotie
Als würdige Verstärkung der Achse des Blöden zieht Boliviens oberster Kokabauer und Kunstlederjackenmodel Evo Morales eine Verstaatlichungsshow zum symbolträchtigen 1.Mai ab. Und die GAL (Grad’ noch Anonyme Linke) von Kleinbloggersdorf jubelt enthusiastisch:
¡Revolución! Che sei bei uns!
Nebensächlichkeiten wie die Frage, ob nicht eher der Nachbar Brasilien denn der Erzfeind USA mit derlei nationalpopulistischem Aktionismus geschädigt wird, bzw. ob die Enteignungen die Lage der indigenen Bevölkerung Boliviens nicht mittelfristig sogar verschlechtern, sind da natürlich nicht so wichtig:
Kurzfristig kann Bolivien seine Erlössituation verbessern, doch rechnen Experten damit, daß die Verstaatlichung bei internationalen Firmen eine Investitionszurückhaltung bewirkt. Ob Bolivien dies dann aus eigener Kraft stemmen kann, darf bezweifelt werden
stellt die FAZ nüchtern dazu fest.
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