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Eigentum und Recht und Freiheit

Montag, 06.03.06 18:33 by Sascha Tamm - 4 Kommentare

Der öffentliche Dienst streikt. Ziele und Motive dieses â??Arbeitskampfesâ?? sollen hier ebenso wenig diskutiert werden wie die Rechtfertigung des deutschen Streikrechts als Ganzes, obwohl dazu natürlich aus einer freiheitlichen Perspektive viel zu sagen wäre. Doch ein Ereignis, über das eher am Rande berichtet wurde, lässt um die Fundamente der Marktwirtschaft in Deutschland fürchten.

Einige Verwaltungen hatten sich (viel zu spät) entschlossen, die Müllberge in ihren Städten durch private Unternehmen entsorgen zu lassen. Daraufhin blockierten die Streikenden die Zufahrten zu den Mülldeponien. Das wurde von vielen mit großer Selbstverständlichkeit hingenommen, als berechtigte Selbstverteidigung gegen sogenannte â??Streikbrecherâ??. Schon das Hindern von arbeitswilligen â??Streikbrechernâ?? am Betreten eines Unternehmens ist ein Angriff auf die Vertragsfreiheit und eine Freiheitseinschränkung von ganz erheblicher Wirkung. Doch es gibt einige Faktoren, die das Verhalten der Gewerkschafter aus dem öffentlichen Dienst noch gefährlicher machen.

Man stelle sich vor, die VW-Mitarbeiter streiken und verhindern gleichzeitig, dass irgendjemand Autos anderer Marken kauft. Das würden vielleicht selbst einige überzeugte Sozialdemokraten nicht besonders gut finden.
Doch Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes streiken aus der Position von Monopolisten – und für diese Monopole. Damit können sie die Bürger, zu deren vorgeblichen Wohl ja diese Monopole erhalten werden, als Geiseln nehmen. Sie blockieren dazu beispielsweise öffentliches Land. Dabei zeigt sich wieder einmal deutlich, dass das sogenannte â??öffentliche Eigentumâ?? eben weder â??allenâ?? gehört noch für das Gemeinwohl genutzt wird, sondern ganz eindeutig ein Instrument in den Händen privilegierter Interessengruppen ist.


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4 Kommentare »

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  1. In der Tat. Noch unglaublicher fand ich Fernsehbilder, die zeigten, wie die vollbeladenen Müllwagen durch Polizeikräfte von der bestreikten und blockierten Mülldeponie weggelotst wurden.

    Da war Maggie Thatcher noch von einem anderen Schlag. Die hat die Polizei benutzt, um arbeitswillige Bergarbeiter mit Helikoptern in die Minen zu fliegen. Aber im real-existierenden Sozialismus in den Farben der BRD ist daran wohl nicht zu denken – obwohl man schon ins Träumen kommt, wenn man sich so vorstellt, wie der Müll mit dem Hubschrauber eingesammelt wird…

    Kommentar von Adrian Schimpf — 06.03.06 18:38 #

  2. Ja, lieber Adrian, Sie haben mir mit Ihrem Kommentar einen Beitrag unter dem Titel Do Bsirske the Scargill vergeigt. Aber die Analogie passt sowieso nicht: B. ist zwar ein ähnlich widerwärtiger Demagoge wie S. es war – aber Merkel ist leider nicht Maggie. Geschichte wiederholt sich (in diesem Fall) nicht einmal als Farce.

    Kommentar von jo@chim — 06.03.06 19:11 #

  3. Wenn die Gewerkschaftsbosse den Zugang zu den öffentlichen Mülldeponien nicht freigeben wollen, so lasst uns den Müll in ihren Vorgärten deponieren! Mal sehen wie erfreut die Herren darüber sind.

    Kommentar von Hardy — 06.03.06 19:35 #

  4. [...] Sascha Tamm vom Antibürokratieteam bringt die Situation des Streiks des Öffentlichen Dienstes einmal mehr auf den Punkt. Auch um meinen klitzekleinen Teil zum hoffentlich weiter schwindenden Rückhalt dieses Arbeitskampfes zu leisten, verlinke ich nur zu gern den Artikel mit dem Titel »Eigentum und Recht und Freiheit«, lesenswert, wie die meisten der Artikel des Antibürokratieteams. [...]

    Pingback von Fontwerk.com » Streik gegen das Wohl der Bürger — 12.05.06 23:52 #

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