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Beschäftigungswunder GroÃ?britannien?

Freitag, 24.02.06 18:22 by Oliver M.H. - 17 Kommentare

Es soll ja immer noch Leute geben, die Großbritannien für eine neo-liberale Insel in der EU halten, nur weil die Staatsquote hier noch ein paar Prozentpunkte unterhalb der deutschen liegt. Nun kann man über Staatsquoten lange streiten, also nehmen wir vielleicht einmal eine andere Statistik um zu demonstrieren, dass Großbritannien unter New Labour auf dem besten Wege dahin ist, wieder zum Modell des großen Staates der Vor-Thatcher-Zeit zurückzukehren, und dabei schleichend an Wachstumsdynamik verliert.

44 Prozent aller Briten beziehen heute mehr als die Hälfte ihres Einkommens vom Staat â?? sei es in der Form eines Gehalts oder einer Transferzahlung. Das ist das Ergebnis einer vom Spectator in Auftrag gegebenen Untersuchung. Der Telegraph berichtet:

Of the 10 constituencies with the highest level of state dependency, scattered across Wales, the North-West and the West Midlands, nine were Labour and one Plaid Cymru. Of the 10 lowest, all in the South-East, eight have Tory MPs and two are Labour.

Die höchste Abhängigkeit vom Staat gibt es also in Wahlkreisen, die überwiegend von der gerade regierenden Labour Party dominiert werden, die niedrigste Abhängigkeit weisen hingegen tendenziell Tory-Wahlkreise auf. Das ist nicht sonderlich überraschend, wenn man bedenkt, welche Wählerschichten üblicherweise für die verschiedenen Parteien stimmen. Das Ergebnis deutet jedoch zugleich auch ein strategisches Problem für die konservative Opposition an: Wie wollte man Wahlen mit dem Eintreten für einen schlankeren Staat gewinnen, wenn man damit gerade in Labour-Wahlkreisen gegen die Partikularinteressen eines Großteils der Bevölkerung steht? Die Antwort der Konservativen scheint zu lauten: Dann versprechen wir eben gar keinen kleineren Staat mehr.

Weiterhin berichtet der Telegraph:

The Spectator research, based on data from the Department for Work and Pensions (DWP) as well as the Office for National Statistics (ONS), indicates that Labour has increased the overall public sector payroll by 784,000 since 1997.

784.000 neue Jobs im öffentlichen Dienst innerhalb von noch nicht einmal zehn Jahren: das ist schon eine Leistung. Aber wenn man sich ansieht, was der öffentliche Dienst für Blüten treibt, dann ist diese Zahl leicht zu erklären. Mein Kollege Dan Lewis hat letztes Jahr für das Centre for Policy Studies einen Bericht über sogenannte Quangos erstellt. Quangos â?? das steht für Quasi-Non-Governmental-Organisations, also Organisationen, die eine gewisse Unabhängigkeit genießen, aber natürlich aus Steuergeldern finanziert werden. 111 davon wurden unter New Labour zwischen 1997 und 2005 eingerichtet, darunter solche Absurditäten wie ein britischer Kartoffelrat (British Potato Council). Klingt unnötig und ist es wohl auch, hat aber ein Millionenbudget und sechzig Vollzeitstellen vorzuweisen.

Mich erinnert das an ein Gespräch, das ich vor einiger Zeit mit der Vertreterin eines Quangos hatte, der sich um die Benachteiligung ländlicher Regionen in England kümmern soll. Sie beklagte sich darüber, dass sie nur eine so kleine Einrichtung seien â?? mit ihren gerade einmal siebzig Mitarbeitern. Siebzig Mitarbeiter! Da könnte man als Think-Tanker, der sich sein Budget aus Spenden stets neu erkämpfen muss, vor Neid erblassen.

Das grundsätzliche Problem besteht darin, dass New Labour dabei ist, Großbritannien einen neuen Wasserkopf mit prinzipiell entbehrlichen Stellen im öffentlichen Sektor zu verpassen. Denn wer braucht schon eine steuerfinanzierte Westminster Foundation for Democracy, eine Football Licensing Authority oder ein Wine Standards Board? Gleichzeitig vergrößert all dies den Staatseinfluss, erhöht die Steuerbelastung und entzieht der Wirtschaftsentwicklung Dynamik.

Economist - Unemploment StatisticsWenn manche Kommentatoren auf die angeblich so positive Arbeitsmarktbilanz von New Labour verweisen, dann sollten sie daher diese Bilanz vielleicht einmal um den Effekt des öffentlichen Dienstes (knapp 800.000 Stellen) sowie um diverse Frühverrentungsprogramme (2,7 Millionen Personen erhalten in GB â??incapactity benefitsâ??) bereinigen. Dann bleibt von der hochgelobten Politik des Schatzkanzlers Gordon Brown aber nicht mehr viel übrig (7,9 Millionen Menschen sind derzeit ohne Beschäftigung). Im besten Fall bliebe ein kurz- bis mittelfristiger Beschäftigungseffekt. Langfristig ist diese Politik jedoch in höchstem Maße schädlich.


Das Antibuerokratieteam - seit 15.08.07 auf www.antibuerokratieteam.net

17 Kommentare »

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  1. Probleme der Frühverrentung werden allen europäischen Staaten attestiert. In England sind sie vergleichsweise ein Luxusproblem. Die Erwerbsbeteiligung der 55 bis 64jährigen beträgt sage und schreibe 56 Prozent, gegenüber 39 Prozent in Deutschland.

    Zur öffentlichen Beschäftigung nur soviel: Ob spendenfinanzierte Think-Tanker effizienter sind als steuerfinanzierte PR-Mitarbeiter – das lässt sich halt allgemein nicht entscheiden.

    Jedenfalls kann man das Vereinte Königreich aus deutscher Sicht nur beneiden, wenn man sich den Tenor des jährlichen Statements des Weltwährungsfonds anguckt.

    Auch Mr Cameron – fürchte ich für Sie – wird nicht der nächste konservative Premierminister.

    Kommentar von Parker8 — 24.02.06 20:26 #

  2. @Parker8: Zwischen Zwangsabgaben und freiwilligen Spenden gibt es IMHO einen großen Unterschied. Wer meine Arbeit unterstützen will, tut das aus freien Stücken. Die Arbeit des angesprochenen Kartoffelrats muss ich hingegen mitbezahlen – ob ich Kartoffeln esse oder nicht. Wer zahlt eigentlich Ihr Gehalt?
    Dass man GB aus deutscher Sicht (noch) beneiden kann, liegt zum einem Großteil daran, dass hier unter Thatcher und Major Dinge reformiert wurden, die unter den damaligen deutschen Regierungen nicht angefasst wurden. Gordon Brown gibt sich aber alle Mühe, diesen Vorsprung wieder abzubauen.
    Und im übrigen: Warum sollte ich mir ausgerechnet David Cameron als nächsten Premierminister wünschen? Dass ich über Cameron nicht gerade glücklich bin, habe ich schon häufiger hier geschrieben.
    Für einen nach eigener Einschätzung Neo-Liberalen argumentieren Sie manchmal ganz schön sozialdemokratisch. Sind Sie sicher, dass Sie neo-liberal sind?

    Kommentar von Oliver M.H. — 24.02.06 20:41 #

  3. Lassen wir mal den Kartoffelrat beiseite. Wenn Sie so eine regionale Wirtschaftsförderungsagentur nehmen, von der Sie berichteten, da habe ich auch schon exzellente Leute aus dem öffentlichen Dienst erlebt. Das muss nicht unbedingt eine private Agentur machen.

    Bei Staatstätigkeit intessiert mich primär der Effizienzaspekt, weniger die Ethik der Finanzierung. Es muss nicht jeder Bürger mit den Ausgaben für, sagen wir, das Expeditionskorps der Royal Army einverstanden sein. Es reicht die Mehrheit.

    Kommentar von Parker8 — 24.02.06 22:18 #

  4. Meine Fragen haben Sie damit leider nicht beantwortet.
    Im übrigen handelt es sich nicht um eine regionale Wirtschaftsförderungsagentur, sondern um eine Art Think Tank zum Überdenken der Sozialpolitik für ländliche Gebiete. Viel Konkretes können Sie von denen nicht unbedingt erwarten, schauen Sie sich ruhig mal deren Webseite an.
    Mich interessiert schon die Ethik der Finanzierung. Wie Dan Lewis in dem erwähnten Paper über die “Football Licensing Authority” schrieb: “If a football team can afford to pay £27 million for Wayne Rooney, why should the taxpayer – not all of whom like football – be forced to fund the Football Licensing Authority to the tune of £1.1 million a year?” Nicht gerade (neo-)liberal, wie Sie diesen Aspekt einfach beiseite wischen.
    Außerdem führt das Mehrheitsprinzip der Demokratie eben oft gerade zu Entscheidungen, die mit Effizienz nichts mehr zu tun haben. Mehrheiten können ziemlichen ökonomischen Unsinn beschließen – schlichtweg weil sie nicht wissen, wie Ökonomie funktioniert. Aber das braucht man einem neo-liberalen Ökonomen eigentlich auch nicht zu erklären.

    Kommentar von Oliver M.H. — 25.02.06 07:55 #

  5. [...] Dass die schwedischen Arbeislosenzahlen durch eher plumpe Bilanztricks frisiert werden, haben uns Johan Norberg und Nima Sanandaji auf anschauliche Weise demonstriert. Dass auch das britische Job-Mirakel bei näherer Betrachtung nicht ganz so wunderbar ist,
    beschreibt Oliver Marc Hartwich, der seit einigen Monatan als fleißiger London-Korrespondent das ohnehin schon ausgezeichnete Antibürokratieteam bereichert. Hartwich räumt mit dem gerade bei deutschen Sozialdemokraten beliebten Vorurteil auf, dass Großbritannien ein Hort des Neoliberalismus und dass Tony Blair nicht nur der kleine Bruder von George Bush, sondern auch ein geistiger Sohn von Margaret Thatcher sei. Nun ist es ja aus radikalliberaler Sicht schon etwas abwegig, Thatcher als Liberale zu betrachten, wie Rahim Taghizadegan am 11.10.2005  in der Wiener Zeitung veranschaulicht hat. Doch die Labour-Regierung macht nicht nur in Bezug auf Bürgerrechte (siehe Fuchsjagd und Anti-Raucher-Gesetze) eine schlechte Figur, sondern ist sogar dabei, auch wirtschaftspoltisich schnurstracks zum planwirtschaftlichen Radikal-Keynesianismus der Prä-Thatcher-Ära zurückzusteuern. Das Job-Wunder von New Labour besteht unter anderem auch darin, dass innerhalb von zehn Jahren 784000 neue Jobs im öffentlichen Dienst geschaffen wurden. Dass diese Jobs nicht nur auf Kosten echter Steuerzahler, also der wahren Produktivkräfte des Landes, gehen, sondern sogar meistens nur Ungüter produzieren, beschreibt Hartwich anhand der sogenannten Quangos: Quangos – das steht für Quasi-Non-Governmental-Organisations, also Organisationen, die eine gewisse Unabhängigkeit genießen, aber natürlich aus Steuergeldern finanziert werden. 111 davon wurden unter New Labour zwischen 1997 und 2005 eingerichtet, darunter solche Absurditäten wie ein britischer Kartoffelrat (British Potato Council). Klingt unnötig und ist es wohl auch, hat aber ein Millionenbudget und sechzig Vollzeitstellen vorzuweisen. […] Das grundsätzliche Problem besteht darin, dass New Labour dabei ist, Großbritannien einen neuen Wasserkopf mit prinzipiell entbehrlichen Stellen im öffentlichen Sektor zu verpassen. Denn wer braucht schon eine steuerfinanzierte Westminster Foundation for Democracy, eine Football Licensing Authority oder ein Wine Standards Board? Gleichzeitig vergrößert all dies den Staatseinfluss, erhöht die Steuerbelastung und entzieht der Wirtschaftsentwicklung Dynamik. [...]

    Pingback von Libertaria: Nachrichten — 25.02.06 12:38 #

  6. @Oliver,

    das Verhältnis der Beschäftigung im öffentlichen und derjenigen im privaten Sektor ist komplex. Es hängt beispielsweise vom Niveau der Entlohnung ab. Ist dies im öffentlichen Bereich höher als im privaten, leidet die Wirtschaft als ganze. Das ist in Deutschland und UK jedoch durchweg nicht der Fall.[1]

    Wichtig auch: Das Arbeitsangebot wird von der Größe des öffentlichen Dienstes beeinflusst, weil beispielsweise mit breiter öffentlicher Kinderbetreuung mehr Frauen arbeiten wollen.[2]

    Nochmal zum Thema Effizienz. Zufällig wird gerade heute im neuen “Spiegel” geschildert, dass die Müllentsorgung in Deutschland kommunal besser läuft als privat. Und dass deshalb vielerorts eine Rekommunalisierung im Gange ist.

    Prinzipiell gebe ich Ihnen aber recht, dass eine Ausweitung öffentlicher Beschäftigung langfristig die Tendenz hat, zu einer geringeren Investitionsrate in der Wirtschaft zu führen.

    [1] Yann Algan. et al. (2002) “Public Employment. Does it increase unemployment?”, Economic Policy 34
    [2] Frederick van der Ploeg (2006) “Rolling back the public sector: differential effects on employment, investment and growth.”, Oxford Economic Papers 58.1

    Kommentar von Parker8 — 25.02.06 19:59 #

  7. @Parker8: Meine Fragen haben Sie nun immer noch nicht beantwortet. Aus Ihrem Kommentar schließe ich jedoch, dass Sie eher der sozialdemokratischen Variante der Neo-Liberalen zuzurechnen sind. Oder täusche ich mich da? ;-)

    Zum Lohnniveau im öffentlichen Sektor: Darauf kommt es zwar auch an, aber eben nicht nur. Ich übertreibe einmal bewußt: Wenn Sie 80 Prozent der Bevölkerung im öffentlichen Sektor beschäftigen, dann bekommen Sie immer ein gesamtwirtschaftliches Problem, selbst wenn das Entlohnungsniveau bei den Privaten höher ist. Ganz davon abgesehen kommt es aber nicht nur auf Löhne an, sondern darauf, was der öffentliche Sektor an Output liefert. Da fangen die Schwierigkeiten schon mit der Messung an. Wie will man etwa den Output des Kartoffelrats messen? Und macht es einen Unterschied, ob Sie den Kartoffelräten niedrige oder hohe Löhne zahlen?
    Das Hauptproblem bleibt immer noch die Aufblähung des öffentlichen Sektors: 784.000 zusätzliche Stellen in weniger als 10 Jahren. Für so ein Programm würden Sie in Deutschland noch nicht einmal die Linkspartei gewinnen.
    Zur Rekommunalisierung der Müllversorgung: Ich bin auf den SPIEGEL-Artikel gespannt, der mir noch nicht vorliegt. Im Gegensatz zu Ihnen muss ich wohl noch bis Montag warten.

    Kommentar von Oliver M.H. — 25.02.06 23:18 #

  8. Aus Ihrem Kommentar schließe ich jedoch, dass Sie eher der sozialdemokratischen Variante der Neo-Liberalen zuzurechnen sind. Oh, das s-Wort, jetzt muss ich aufpassen, sonst kommt die Royal Air Force. Sagen wir es so: Die Staatsgläubigkeit der Sozialisten ist mir ebenso fern wie die Staatsverdrossenheit der Ultraliberalen. Beiden Extremen liegt eine Utopie zugrunde.

    Wie will man etwa den Output des Kartoffelrats messen? Berechtigte Frage. Aber haben Sie sich mal gefragt, wie die Grenzproduktivität eines Montagearbeiters bei Opel gemessen wird. Wenn Sie mal Kostenrechnung gemacht haben, wissen Sie, dass das außerordentlich vage ist. Trotzdem fußt die gesamte Arbeitsökonomie genau darauf. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Fällen – Kartoffelrats- und Opel-Mitarbeiter – ist die Beziehung zum Eigentümer: Zum Parlament hier, zur Aktionärsversammlung dort.

    Kommentar von Parker8 — 26.02.06 11:06 #

  9. Nee, der wesentliche Unterschied: hier Markt, dort nicht.

    Niemand kann die Grenzproduktivität eines einzelnen Arbeiters genau errechnen, aber wir wissen trotzdem, dass der Unternehmer seinen Gewinn maximiert, wenn die Entlohnung dem Grenzprodukt entspricht. Und wir kennen auch den Mechanismus, der am Ende dazu führt, dass sich die Verhältnisse auch tatsächlich so einpendeln: Wettbewerb.

    Kommentar von Rayson — 26.02.06 11:58 #

  10. Ein Parlament ist etwas anderes als eine Aktionärsversammlung, das ist klar. Nur das Erste ist allgemein. Aber Sie dürfen auch nicht den Fehler machen, den Wettbewerb zu vergegenständlichen. Beide Organe entscheiden über die Angemessenheit eines Ergebnisses.

    Kommentar von Parker8 — 26.02.06 13:02 #

  11. Im Gegenteil, es wäre ein Fehler, den Erfolg von Marktwirtschaften bei Aktionärsversammlungen zu suchen. Die entscheiden vielleicht über die Angemessenheit des individuellen Unternehmensergebnisses, aber nicht über die der Allokation.

    Es ist nun einmal das Wesen des Wettbewerbs, das den Unterschied ausmacht.

    Kommentar von Rayson — 26.02.06 21:53 #

  12. @Rayson
    Unterhalb der Ebene der Unternehmensführung herrscht die interne Betriebswirtschaft – und die hat mit Wettbewerb zunächst einmal nichts zu tun. Ihre Prinzipien wirken in öffentlichen wie privaten Betrieben gleichermaßen.

    @Oliver
    Zum Stellenzuwachs im britischen öffentlichen Dienst: 80 Prozent der seit 1998 neu geschaffenen Stellen gehen in den Bereich Gesundheit und Erziehung (wusste das Britische Statistik-Amt im April zu berichten). Wenn unsere Politiker sich mit solchen Sachen doch auch mal brüsten könnten!

    In der Folge haben sich beispielsweise die Wartezeiten im Krankenhaus drastisch vermindert. Das kann ja wohl nicht falsch sein.

    Kurios – je mehr ich mit Ihnen zu diskutieren das Vergnügen habe, desto mehr lerne ich die Regierung Blair/Brown schätzen.

    Kommentar von Parker8 — 26.02.06 23:16 #

  13. @Parker8: Wenn Sie die OECD schon zitieren, dann bitte vollständig: “While outcomes in health and education have improved recently, improvements are slow to come and much slower than the expansion of inputs.” Quelle: ihre eigene.
    Dass die Input-Steigerung nicht von einer Output-Steigerung gleicher Dimension begleitet wird, kann niemanden überraschen, der den NHS ein wenig von innen kennt. Die Mehrzahl der Stellen sind nämlich weder Ärzte noch Krankenschwestern, sondern in der Verwaltung (mit anderen Worten: extrem effizient).
    Und das böse S-Wort: Sie schreiben: “Die Staatsgläubigkeit der Sozialisten ist mir ebenso fern wie die Staatsverdrossenheit der Ultraliberalen.” Für gewöhnlich bezeichnet man solche Leute als Sozialdemokraten (ist ja auch durchaus nicht ehrenrührig – ich bin mit einigen befreundet). Warum wehren Sie sich also dagegen?
    Haben Sie eigentlich ein eigenes Blog oder eine eigene Homepage? Mich würden Ihre konkreten wirtschaftspolitischen Vorstellungen und Ideen einmal interessieren.

    Kommentar von Oliver M.H. — 27.02.06 09:00 #

  14. @Parker8

    Ich scheine Spanisch zu quatschen. Natürlich unterscheidet sich ein öffentliches Unternehmen intern nicht sonderlich von einem Großbetrieb (wobei ich allerdings bei beiden hinsichtlich des Attributs “betriebswirtschaftlich” sehr, sehr vorsichtig wäre). Das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass, wenn das private Unternehmen im Wettbewerb etwas macht, was Ressourcen verschwendet, es von außen unmittelbar korrigiert wird oder verschwindet. Ganz ohne Aktionärsversammlung – die zieht nur noch die Konsequenzen.

    Kommentar von Rayson — 27.02.06 11:36 #

  15. @rayson: guter Hinweis – Ludwig von Mises hat in seiner Arbeit “die Bürokratie” (das komplette Buch gibt’s übrigens auf mises.de als PDF zum Download), imho sehr überzeugend, diese Unmöglichkeit der Wirtschaftsrechnung in der Bürokratie dargelegt.

    Kommentar von jo@chim — 27.02.06 15:32 #

  16. [...] Obwohl der staatliche nationale Gesundheitsdienst NHS offenbar noch viele Bewunderer auf dem Kontinent hat, wird den Briten nun immer deutlicher, dass das System nicht die Lösung ihrer Gesundheitsprobleme ist. [...]

    Pingback von antibuerokratieteam.de » NHS lässt sich schönrechnen — 28.02.06 09:19 #

  17. [...] Jahrelang wurde Großbritannien als letzte Bastion liberaler Wirtschaftspolitik in der EU gesehen. Tony Blair wird in Deutschland immer noch als legitimer Erbe von Margaret Thatcher betrachtet, man erinnere sich nur an den Aufschrei der SPD-Linken, als er gemeinsam mit Gerhard Schröder das Schröder-Blair-Papier vorstellte. Dabei ist Blairs konkrete Wirtschaftspolitik kaum von jener der SPD-Linken entfernt: Das Land verschuldet sich, der öffentliche Dienst wird enorm ausgedehnt (784.000 neue Stellen seit 1997), die Steuerbelastung steigt und die Wirtschaft wird mit Regulierungen und neuen Behörden (Quangos) überzogen. [...]

    Pingback von antibuerokratieteam.de » Der “neoliberale” Tony Blair — 01.03.06 12:00 #

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