Clash of Cultures: Ein Engländer in Frankfurt am Main
Es ist mir ein Rätsel, wie dieser herrliche Text von Robert Prendergast eine Woche brauchen konnte, bis er auf meinem Radar erschien. Mr Prendergast ist ein britischer IT-Spezialist, der in den 90er Jahren Arbeit in Frankfurt am Main fand. Im Daily Telegraph berichtete von seinen Erfahrungen im Hesseland und – um es vorweg zu nehmen – die Stadt hat es ihm angetan:
We have now moved again and live over the border in Luxembourg. But we are often back in Frankfurt, which is possibly my favourite European city.
Besonders unterhaltsam ist es, wenn sich Prendergast über die deutsche Vorliebe für alles Bürokratische amüsiert.
The difficult thing is the paperwork and formalities surrounding living in Germany, and almost anywhere else on the continent.
Für einen Briten völlig unverständlich, muss man seinen Wohnsitz sogar bei Behörden anmelden:
The Germans are proud of all their Amts – government departments, for dealing with everything from residence to traffic and rent organisation. This is a frustration for those coming from English-speaking countries but patience and help from a German local can help ease your way through the minefield.
Naja, warten Sie es ab, Mr Prendergast. Bis Sie aus Luxemburg irgendwann einmal ins Vereinigte Königreich zurückgekehrt sind, wird New Labour schon noch dafür gesorgt haben, dass Sie sich wie zu Hause – pardon – wie in Deutschland fühlen. Über mangelnden Papierkrieg kann man sich in Großritannien jedenfalls schon jetzt nicht beklagen, und demnächst kommen sogar wohl noch Personalausweise dazu. Warum man diese in Deutschland stets mit sich führen sollte, scheint Mr Prendergast übrigens immer noch zu beschäftigen. Aber zum Glück ist er mit einer Deutschen verheiratet, die ihn vor größeren Unglücken bewahrt:
The need to carry your papers at all times, including the equivalent of an ID card, is also strange for English speakers.
My German wife still tells me off for forgetting these and once, when we were stopped at a police control, she was in dread of what would happen to me. After a brief exchange with me and then in better German with my wife, they said, “He’s British isn’t he?” She confirmed this and they shook their heads resignedly, saying “Ah, they are all the same.”
Die Deutschen aber auch …
Der ganze Artikel ist hier nachzulesen.
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[...] Und deswegen bleibt nach der heutigen Abstimmung im Unterhaus eine erneute Erosion der Freiheitsrechte festzustellen. In England braucht man demnächst also nicht nur einen Personalausweis, es gibt nicht nur eine Haustierpolizei, sondern man kann auch nicht mehr – selbst bei Einverständnis aller Beteiligten! – rauchen, wo man will. Ich bleibe dabei: New Labour macht Großbritannien Stück für Stück zum Nanny State. Vielleicht werden die Briten irgendwann merken, dass sie immer deutscher werden. Schade eigentlich. Beitrag versenden – Druckansicht – Kategorien: Alle • London Calling [...]
Pingback von antibuerokratieteam.de » Nichts mehr wie es war in englischen Pubs — 14.02.06 21:38 #