Nuschelnde Sterne – Prognosen 2005
Die absurdeste Prognose des Jahres 2005 kam aus Hongkong. Ein dortiger Feng Shui-Meister hatte die große Liebe zwischen Nordkoreas Diktator Kim Jong Il und der amerikanischen Außenministerin Condoleeza Rice prophezeit – und damit nicht genug: gemeinsam würden sie Osama bin Laden finden. Ob man die Prognosen von Edeltraud Lukas Möller und Albert Lehmann für 2006 für ebenso absurd halten soll, wird die Zukunft zeigen: Beide haben Klinsmanns Nationalkickern den WM-Titel vorausgesagt.
Aus Prognosen 2005: Die Sterne sagten nichts – sie nuschelten nur – einem höchst amüsanten Vorhersagecheck auf der Seite der Skeptiker von der “Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften” (GWUP), die sich mit Junk Sciences wie Hellseherei, Homöopathie, Kreationismus und anderem Voodoo auseinandersetzen und für Aufklärung und kritisches Denken eintreten.
Aber gefallen hätte es mir schon, wenn die Condi den koreanischen Giftzwerg einmal so richtig fertig gemacht hätte … :P
Barbie Intolerance Collection
Ihre Tochter besitzt Barbie schon in allen gängigen Versionen (verliebt, verlobt, verheiratet) und “Barbie geschieden” ist Ihnen zu teuer wegen dem vielen Zubehör (Auto, Haus, Stereoanlage etc.) von Ken? Hier eine Seite mit alternativen Umtauschmöglichkeiten!
Definitely an idiot
Ein Student der University of Massachusetts leiht sich einen Sammelband der Werke des Grossen Vorsitzenden Mao Zedong (”Mao-Bibel”) aus und bekommt anschliessend wg. Terrorverdacht Besuch vom FBI.
Eine kleine unappetitliche Geschichte, die auch in Telepolis – dem vom renommierten IT-Fachverlag Heise herausgegebenen virtuellen Fachblatt für antiamerikanische Reflexzonenmassage – kolportiert wurde. Passte sie doch auf’s Feinste in die grosse Geschichte von der amerikanischen Weltverschwörung gegen die Freiheit und die armen unterdrückten arabischen Massen. Und ist leider aufgrund der Möglichkeiten, die die nun um weitere sechs Monate verlängerte Antiterror-Gesetzgebung (Patriot Act) überwachungswütigen Schlapphüten bietet, nicht völlig absurd und undenkbar.
Nun, die Story ist ein Hoax, wie der Boston Globe berichtet, und Florian Rötzer, Chefredakteur von Telepolis, wundert sich, wie es ausgerechnet ihm passieren konnte, auf die Lügengeschichte hereinzufallen.
Mehrere mögliche Erklärungsansätze, die nicht nur auf den fantasievollen Studi mit Prüfungsangst anwendbar sind, liefert Bruce Schneier in seinem Weblog:
I don’t know what the moral is, here. 1) He’s an idiot. 2) Don’t believe everything you read. 3) We live in such an invasive political climate that such stories are easily believable. 4) He’s definitely an idiot.
Erholsame Feiertage!
Nachdem ich die letzten beiden Wochen wegen einer Häufung hinausgeschobener Projektabschlusstermine und sonstigem Trubel dieses Weblog sträflich vernachlässigt habe, wirds die nächsten Tage wohl wieder den einen oder anderen Eintrag geben.
Herzlich bedanken möchte mich an dieser Stelle bei meinem Mitautoren Sascha Tamm für seine (mehr oder weniger) wöchentlichen IUF-Comments, ebenso wie bei den vielen Kommentatoren für ihre Beiträge. Ich würde mich freuen, wenn ich auch nächstes Jahr wieder auf Ihre/Eure Mitarbeit zählen kann!
Meinen gläubigen Lesern und Mit-Bloggañeros wünsche ich ein fröhliches Weihnachts- bzw. Chanukka-Fest, allen anderen ruhige, erholsame Feiertage. Stay tuned!
Mord mit Mord vergolten
Die Anwendung der Todesstrafe ist nicht akzeptabel. Nirgendwo, unter keinen Umständen. Nicht in China, nicht in Singapur, nicht in den USA.
Der Tod von Stanley Williams zeigt das aufs Neue.
Allerdings, zur Erinnerung, angesichts des “Black Panther” Grusses und brennender US-Flaggen im Unterstützerumfeld: bei dem Kinderbuchautor “Tookie” handelte es sich um einen ehemaligen Boss der organisierten Gang-Kriminalität. Den Anführer einer Horde von Vergewaltigern, Dieben und Totschlägern. Scum. Derlei Typen haben in aller Regel nicht nur vier sondern viele Menschen auf dem Gewissen. Er hätte es sicher verdient gehabt, bis an sein natürliches Ende für seine Taten zu büssen.
Das ändert aber nichts daran, dass es einer zivilisierten Gesellschaft nicht würdig ist, Mord mit Mord zu vergelten.
Vielleicht? Sicher!
Die wechselnden Aphorismen im Header des Weblogs der Freunde der Offenen Gesellschaft spiegeln noch etwas von der altlinken Obsession, mit Zitaten um sich zu werfen wider.
Der aktuelle Spruch (von Hans Magnus Enzensberger) ist wieder mal richtig treffend: Vielleicht ist es nicht nur so, daß unterentwickelte Gesellschaften sozialistische Regimes hervorbringen, vielleicht bringen umgekehrt sozialistische Regimes unterentwickelte Gesellschaftsformen hervor. Vielleicht? Sicher!
Meine Hochachtung
Dieser sogenannte politische Prozess – und all diejenigen, die an diesen ketzerischen Wahlen teilnehmen – verstoßen gegen Gottes Gesetze und gegen unsere muslimische Verfassung, den Koran – so gemäss SPON die Morddrohung der irakischen Islamofaschisten um Abu Mussab al-Sarkawi an diejenigen Iraki, die am 15.Dezember ihr Parlament wählen und die von den amerikanischen Truppen in Gang gebrachte Demokratisierung fortsetzen wollen.
Meine Hochachtung für alle – und es wird wieder eine Mehrheit sein – die trotz Lebensgefahr ihr Wahlrecht wahrnehmen werden, um ihrem legitimen Traum von der Normalität ein Stück näher zu kommen.
Und meine tiefste Verachtung für all jene im Westen, die ihr verblendeter Hass gegen die USA an die Seite der Qaida führt – als deren nützliche, antiimperialistische, Idioten.
Preisrätsel
Die USA stehen auf einer Stufe mit Lybien, Syrien oder Belarus. Die USA übt nachweißlich Terror aus, und deshalb muß die USA auch in jeder Beziehung behandelt werden wie ein Terrorstaat.
Preisrätsel: Wo steht das zu lesen?
a) beim nationalen Widerstand?
b) beim islamischen Widerstand?
c) bei irgendeinem anderen kleinen amerikafeindlichen Arschloch?
d) …?
Kleiner Tip: der Verfasser besitzt – nach wie vor – ein sozialdemokratisches Parteibuch.
Haben Sie’s erraten? Den Preis, einen Eimer übelriechender Grütze, können Sie hier online abrufen.
EGO statt NGO?
Die globalisierungsfeindliche ATTAC und Unterorganisationen, sowie französische sozialistische und kommunistische Gewerkschaftsverbände werden aus EU-Kommissionsgeldern gefördert. Darauf weist Silvana Koch-Mehrin, stellvertretende Vorsitzende der liberalen Fraktion im EU-Parlament (ALDE), in einem Offenen Brief zur finanziellen Transparenz von Nichtregierungsorganisationen und Sozialpartnern hin und zitiert den EU-Kommissar Siim Kallas, der schon im März dieses Jahres eine Abhängigkeit vieler “Nicht”-Regierungs-Organisationen (NGO’s) von öffentlichen Geldern festgestellt hatte – “European Government Organisations (EGO)” wäre also wohl eine treffendere Bezeichnung.
In 25 Fällen – das ist die Hälfte aller laufenden Ermittlungsverfahren – werde gegen NGO’s wegen Verdacht auf Beihilfebetrug ermittelt.
Koch-Mehrin fordert deshalb mehr Transparenz, die Definition von Vergabekriterien und die Kontrolle von Geldverschwendung. Auf ihre Initiative hin soll die Kommission in einer schriftlichen Erklärung aufgefordert werden, die für die Zuweisung von EU-Mitteln an NROs geltenden Grundsätze und Regelungen zu überprüfen, um Transparenz und Legitimität in Bezug auf die Aufgaben der einzelnen NROs, die Vertretung durch die einzelnen NROs sowie die Finanzierung der einzelnen NROs zu gewährleisten.
Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob Lobbyisten – und um nichts anderes handelt es sich auch bei NGO’s – überhaupt aus öffentlichen Mitteln subventioniert werden sollten.
Die Amis sind Schuld! Seit 500 Jahren!
Den Inuit hat’s wohl der grosse Eisgott bei einem Fläschchen Jackie Daniels aus der Leber eines erlegten Robbenbabies offenbart und auch der kanadische Ministerpräsident hört das Weltgewissen am “Weltklimagipfel” in Montreal raunen: die Amis sind Schuld! Unbeeindruckte USA verweigern sich weiter! Pfui! Bäh! Bush! Condolezza!
Und dann sowas: Mit dem Klimawandel allein sei das Abschmelzen des Columbia-Gletschers und anderer Gletscher allerdings nicht zu erklären, betonte Tad Pfeffer von der University of Colorado. Forscher gehen vielmehr davon aus, dass dieser Vorgang mit einer Wärmeperiode zusammenhängt, die bereits vor fünf Jahrhunderten langsam eingesetzt hat.
Das finde ich jetzt sehr unsozial vom Spiegel-Redaktör, dem armen Tad mit ein paar in den letzten beiden Absätzen eines ansonsten richtig schön reisserischen Katastrophenartikels gedankenlos dahingeschriebenen Sätzen die Forschungsgelder zu gefährden. Das fällt doch selbst Otto Normalhysteriker auf, dass es vor 500 Jahren noch gar keine USA gab! Halten wir uns lieber an die Eskimos, Paul who the fuck is Martin und unseren kompetenten Umweltminister Gunther Gabriel. Der heisst Siegmar? Egal! Wichtig ist schliesslich nicht die Faktenlage, sondern der Erfolg der Konferenz und der 120 Fachminister aus aller Welt …
Die Staatsbahn zieht um
Die Bahn will nach Hamburg umziehen. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang. Jedes Unternehmen kann seinen Firmensitz selbst festlegen. Doch die Deutsche Bahn AG ist nicht irgendein Unternehmen. Sie befindet sich zu 100% im Bundesbesitz. So wird der Umzug zum Politikum. „Strukturpolitische“ Argumente werden wichtig. Aus der Hauptstadt, die ohnehin pleite ist, soll sich nicht noch ein Unternehmen verabschieden. Dagegen soll die Bahn in Hamburg die defizitäre Hamburger Hochbahn und die Hafenbetriebsgesellschaft übernehmen – auch das wird von den Hamburger Politkern strukturpolitisch begründet.
Spätestens hier wird deutlich, was staatliches „Eigentum“ anrichtet und wie kompliziert es ist, der Folgen Herr zu werden. Staatseigene Unternehmen sind eigentlich keine Unternehmen. Sie dienen allen möglichen Zielen, unter denen die Gewinnerzielung nur einen untergeordneten Platz einnimmt, wenn sie überhaupt von Interesse ist. So spielen auch die Kosten kaum eine Rolle. Wünsche der Politik, etwa nach neuen Bahnhöfen, können ohne Rücksicht auf Verluste erfüllt werden.
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